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Norwegen: Jagd auf Wölfe bleibt erlaubt

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In Norwegen dürfen weiterhin Wölfe gejagt werden. Ein Osloer Gericht wies eine Klage der Naturschutzorganisation WWF ab, die gegen den aus ihrer Sicht rechtswidrigen Abschuss der Tiere vorgegangen war.

Wölfe sind in Norwegen geschützt. Das bedeute aber nicht, dass sie überhaupt nicht gejagt werden dürften, begründete das Gericht seine Entscheidung. Der Bestand dürfe mit zuvor festgesetzten Abschussquoten reguliert werden.

Die norwegische Regierung hat für diesen Winter 42 Wölfe zum Abschuss freigegeben, davon 16 am Rand einer Schutzzone an der norwegisch-schwedischen Grenze. Die Schätzungen zufolge leben etwas mehr als 100 Wölfe in Norwegen. Sie reißen pro Jahr mehrere Hundert Schafe. Der WWF überlegt nun in Berufung zu gehen.

Jagd: wilde Hatz oder wichtiger Naturschutz?

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Rehrücken, Wildschweinbraten und Hirschgulasch fallen nicht vom Himmel, dafür sterben Tiere. Diejenigen, die die Tiere töten, die Jäger, müssen sich immer wieder Diskussionen stellen. Weil wir eine Gesellschaft sind, die zwar gerne Fleisch isst, es aber nicht gerne sieht, wenn Tiere geschossen werden. Ist die Jagd eine wilde Hatz oder wichtiger Naturschutz?

Warum gehen zivilisierte Menschen ohne Not heute noch auf die Jagd? Um sechs hungrige Mäuler daheim zu stopfen? Hierzulande wohl eher nicht. Wolfgang Kornder, Jäger und Vorsitzender des Ökologischen Jagdvereins, nimmt kein Blatt vor den Mund:

„Der Höhepunkt der jagdlichen Passion ist das Erlegen eines Tieres. Da brauchen wir nicht drumrum reden. Ansonsten könnte ich mit der Kamera rausgehen, und dann genügt es, wenn ich im Bund Naturschutz bin. Bei der Jagd geht es um diesen Punkt: dass ein Tier getötet wird!“

Wolfgang Kornder

Dass ein Tier getötet wird und auch das Wie, das ist es aber, was die Kritiker der Jagd umtreibt. Sie berufen sich auf Ethik und Tierschutz. Seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vor fünf Jahren ist es möglich, dass Privatbesitzer ihre Grundstücke „befrieden“ können, weil sie generell gegen den Abschuss von Rehen und Wildschweinen sind oder Treibjagden für grausam halten. Das heißt, auf diesen Grundstücken darf nicht mehr gejagt werden. Bei der Treibjagd zum Beispiel wird das Wild systematisch aufgescheucht.

Kann Jagd tiergerecht sein?

Die Drückjagd gilt als behutsamer. Bei ihr soll das Wild nur in Bewegung versetzt werden, aber auch immer wieder anhalten. Rehe und Wildschweine laufen dadurch vor die Flinte. Ein Argument für die Drückjagd ist, dass man das Wild nur einmal beunruhigt und es dann wieder länger in Ruhe lässt. Bei der Jagd vom Ansitz aus lauert der Jäger häufig und lange auf heranziehendes Wild. Die Ansitzjagd findet meist ohne Unterstützung durch Hunde oder Treiber statt. Was die Methode angeht, scheint sich die Jägerschaft untereinander indes nicht immer grün zu sein. So hat zum Beispiel Alexander Frank, Jagdpächter in Jesenwang im Landkreis Fürstenfeldbruck, die Stadt München verklagt, weil sie in einem ihrer Reviere eine Drückjagd auf Rehwild durchgeführt hat. Eine Drückjagd in einem so kleinen Revier sei unwaidmännisch. Zudem hatten die Hunde dabei ein Reh über die Reviergrenze gehetzt und ihm noch bei lebendigem Leib ein Bein ausgerissen.

Dass Jagd immer wieder auch an ihre Grenzen stößt, dessen bewusst ist sich auch Wolfgang Kornder, der Vorsitzende des Ökologischen Jagdvereins. Er räumt ein, dass es eben auch passieren kann, dass ein Stück Wild angeschossen wird.

„Das sind Dinge, die auf der Jagd passieren können und die dann oftmals auch sofort verurteilt werden. Und diesen Graubereich, den gibt es und der macht die Jagd immer schwieriger!“

Wolfgang Kornder

Ökologischer Jagdverein: „Der Wald zeigt, ob die Jagd stimmt“

Doch vielerorts wird beklagt, dass nicht genug gejagt wird. Vielmehr päppelten Jäger geradezu das Wild, wird kritisiert, um möglichst kapitale Exemplare zu erlegen und sich mit den entsprechenden Trophäen, also Geweihen zu schmücken. Dabei gibt es gute Gründe, die Abschusszahlen zu erhöhen. In unseren Wäldern hat Wild kaum mehr natürliche Fressfeinde wie Wolf, Luchs oder Bär. Doch Rehe fressen mit Vorliebe die jungen Triebe kleiner Bäume. Gibt es zu viele Rehe, kann kein junger Baum mehr nachwachsen. Dabei wäre das besonders wichtig, und zwar nicht nur Fichten. Die Flachwurzler sind anfällig gegenüber Hitze und Trockenheit. Genau das blüht gerade durch den Klimawandel.

Infos und Linktipps

Stichwort: Befriedung

Wer in Deutschland Land besitzt, muss dulden, dass auf diesem Land Jäger unterwegs sind, wenn es sich nicht gerade um einen Garten handelt. Besitzer müssen auch dulden, dass auf ihren Grundstücken zur Jagdzeit Wild geschossen wird.Eine erfolgreiche Musterklage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ermöglicht es aber seit 2012, die eigenen Grundstücke in Deutschland jagdfrei zu machen. Wer sein Grundstück befriedet haben will, muss dies schriftlich oder zur Niederschrift bei der Unteren Jagdbehörde beantragen, und aus dem Antrag müssen die Gewissensgründe hervorgehen. Grundsätzlich kann ein Antrag auf Befriedung abgelehnt werden. Das aufwändige Verfahren ist zudem nicht billig.

Weitere Informationen

Initiative gegen Zwangsbejagung
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Bayerischer Bauernverband
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Ökologischer Jagdverein Bayern e. V.
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Landesjagdverband Bayern e. V.
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Jagdgenossenschaft – Betreuung und Rechtsaufsicht
Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
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Bauern befürchten Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest

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Sollte die Seuche Deutschland erreichen, wäre es katastrophal für Schweinezüchter, denn ein Gegenmittel gibt es nicht. Ausbrüche gibt es bereits in Tschechien und Polen.

Bauern befürchten einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland. „Die Seuche kommt näher“, sagte der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Bernhard Krüsken, der Süddeutschen Zeitung. Die Tierseuche breitet sich seit einigen Jahren über Russland und das Baltikum in Richtung Westeuropa aus.

Die von Viren ausgelöste Krankheit befällt Haus- und Wildschweine. Mittel gegen die Tierseuche gibt es laut dem Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit bisher nicht: Es gibt keine Medikamente, auch ist eine vorbeugende Impfung nicht möglich. Werden Tiere in einem Stall befallen, muss der ganze Bestand geschlachtet werden. Für Menschen ist die Afrikanische Schweinepest aber ungefährlich.

Die Folgen eines Ausbruchs wären immens, warnte Krüsken: Breite sich der Erreger in Deutschland aus, drohe ein „wirtschaftlich katastrophales Szenario“. Exportländer nähmen Schweinefleisch nicht mehr ab, in Deutschland fielen die Preise drastisch. Die möglichen Schäden für die deutsche Landwirtschaft liegen laut Krüsken „bei zwei bis drei Milliarden Euro pro Jahr“. Rechne man die Kosten für die Seuchenbekämpfung und die gesamte Ernährungsbranche hinzu, lande man schnell bei einer „zweistelliger Milliardenhöhe“.

Der Verband befürchtet gar eine neue Existenzkrise für viele Unternehmen. „Käme nach der gerade bewältigten Krise nun eine neue, müsste sicher eine große Zahl von Betrieben aufgeben.“

Nach den jüngsten Infektionsfällen in Zlín südlich von Prag in Tschechien und der Region Warschau in Polen spricht auch das Bundeslandwirtschaftsministerium von einem „hohen Infektionsdruck“. Der Bauernverband fordert deshalb einen strengeren Kampf gegen die Seuche. „Wir müssen uns besser vor einer Einschleppung schützen“, sagte Krüsken der Süddeutschen Zeitung. „Bislang passiert auf Bundes- und Landesebene zu wenig.“

Vor allem müsse der Wildschweinbestand mit intensiverer Jagd reduziert werden. So sollten Jäger mit Prämien motiviert werden, mehr Wildschweine zu schießen. Wildschweine gelten als wichtiger Übertragungsweg.

Tierischer Vorfall in Östringen: Wildschweine überfallen Supermarkt

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Zwei Wildschweine haben am Dienstagmorgen einen Einkaufsmarkt in Östringen im nördlichen Landkreis Karlsruhe gestürmt. Dabei entstand ein Sachschaden von mehreren tausend Euro.

Auf dem Parkplatz des Supermarktes war am Vormittag plötzlich eine Rotte Wildschweine aufgetaucht. Zwei Tiere stürmten in den Markt und durchbrachen dabei die Eingangstüre. Im Verkaufsraum liefen die Wildschweine durch die Gänge und beschädigten Regale und Waren. Danach rannten beide Wildschweine wieder auf den Parkplatz. Zusammen mit ihren Artgenossen verschwanden die Schwarzkittel dann über die Bundesstraße 292 in einem Waldstück.

Das Verkaufspersonal und die anwesenden Kunden kamen bei der Wildschweinattacke mit dem Schrecken davon. Laut Polizei hat sich vermutlich eines der Wildschweine beim Durchbrechen der Eingangstür verletzt, am Tatort seien eindeutige Blutspuren gefunden worden.

Waiblingen: Keine Jagd auf Wölfe

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Waiblingen. Der Wolf ist ein einheimisches Tier und gehört in unser Ökosystem, sagt Jan-Lennart Löffler, Pressesprecher der Kreisjägervereinigung. Eine Jagd auf den Wolf komme für die Jäger nicht infrage.

Herr Löffler, für wie wahrscheinlich halten Sie die Rückkehr des Wolfs und eine „Sesshaftwerdung“ in unseren Gefilden?

In Baden-Württemberg ist der Wolf bereits präsent. In den vergangenen Monaten gab es immer wieder gesicherte Nachweise, etwa durch Fotoaufnahmen, genetische Spuren und Wolfsrisse. Der Wolf kommt in unserer Kulturlandschaft gut zurecht und ist keineswegs auf naturnahe Gebiete wie große Nationalparks beschränkt. Bisher waren es stets einzelne Wölfe, die durch unsere Region gestreift sind. Es ist aber wahrscheinlich, dass sich der Wolf in den nächsten Jahren in Baden-Württemberg auch dauerhaft niederlässt.

Welche Gegend im Rems-Murr-Kreis oder in unmittelbaren Nachbarkreisen ist am ehesten geeignet für den Wolf?

Infrage kommen die Ausläufer des schwäbisch-fränkischen Waldes. Ein Sesshaftwerden im Rems-Murr-Kreis ist eher unwahrscheinlich, es gibt in Baden-Württemberg weitaus geeignetere Gegenden, etwa im Schwarzwald.

Vor welche Herausforderungen stellt der Wolf die Jäger?

Die Jägerinnen und Jäger leisten einen wichtigen Beitrag zum sogenannten Monitoring, also dem Erkennen und Beobachten von Wolfnachweisen. Der Jägerschaft ist an einer Versachlichung der zum Teil sehr emotional geführten Diskussionen um die Rückkehr des Wolfes gelegen. Wenn der Wolf zurückkehrt, kann dies auch Verhaltensänderungen bei Wildarten bewirken, die wir bejagen, zum Beispiel bei Hirschen und Rehen. Unter Umständen werden diese Tiere vorsichtiger oder weichen in andere Gebiete aus.

Was raten Sie Nutztierhaltern?

Die Wolfsdichte im Land ist derzeit noch sehr gering. Da ein Wolf in einer Nacht bis zu 70 Kilometer zurücklegt, ist es schwierig, im Voraus zu wissen, wo ein Wolf auftreten kann. In manchen Gegenden können Zäune bei höherer Wolfsdichte ein sinnvolles Mittel sein. Wichtig ist, dass die Politik durch pragmatische Lösungen, zum Beispiel bei der Entschädigung für von Wölfen gerissene Nutztiere oder Zuschüsse für Zäune, den Landwirten entgegenkommt.

Inwieweit wäre der Wolf eine Bereicherung für unsere Wildtierökologie? Wo sehen Sie Gefahren?

Der Wolf ist ein einheimisches Tier und gehört in unser Ökosystem. Wir freuen uns natürlich, wenn eine Tierart zurückkehrt und in ihrem Bestand wächst, während es sonst viel zu oft um das Verschwinden der Artenvielfalt geht. Unter Umständen kann es in manchen Gegenden mit höherer Wolfsdichte die Nutztierhaltung verändern, und so etwa die Weidehaltung auf der Schwäbischen Alb zurückgehen.

Ihre Haltung zu einer Jagd auf Wölfe?

Eine Jagd auf den Wolf kommt für die Jäger nicht infrage. Eine Aufnahme des Wolfs in das Jagd- und Wildtiermanagement-Gesetz des Landes ist sinnvoll. Auch die Wildarten Luchs und Wildkatze werden dort bereits im sogenannten Schutzmanagement mit ganzjähriger Schonzeit und geregeltem Monitoring berücksichtigt. Für den Menschen ist der Wolf nicht gefährlich, also keine Angst vor dem Wolf. Hier hat die Märchenwelt leider nachhaltig ein anderes Image geprägt.

Schopfheim: „Die Täter werden uns nicht an der Jagd hindern“

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Schopfheim (ma). Für Peter Meßmer und seine Kollegen von der Jägerschaft ist es ein Riesenärgernis: „Wir haben in den letzten zwei Monaten massiv Probleme, weil unsere Hochsitze zerstört werden.“ Allein in seinem Revier, dem Entegast, seien acht Hochsitze beschädigt worden, berichtet Peter Meßmer.

Auch in den Revieren Schopfheim-Dinkelberg, Langenau, Fahrnau und Maulburg-Scheinberg seien Hochsitze umgeworfen worden, oder die Spanngurte wurden gelockert, offensichtlich in der Hoffnung, dass der Hochsitz umfällt, wenn der Jäger hinaufsteigt. „Der oder die Täter nehmen somit Verletzungen in Kauf“, beschreibt Meßmer die Gefährlichkeit der kriminellen Aktion. Darüber hinaus seien Wildkameras gestohlen worden, so dass es sich bislang allein im Ente­gast um einen Schaden von rund 2000 Euro handele.

„Wir Jäger bitten die Waldbesucher, ein offenes Auge zu haben und den Jägern oder der Polizei Beobachtungen zu melden“, schlägt Peter Meßmer Alarm. Die Straftaten seien bei der Polizei angezeigt worden.

Meßmer versteht die Taten als Versuch, die Jäger von der Jagd abzuhalten. Das aber werde nicht gelingen. „Der oder die Täter werden uns nicht daran hindern, die Jagd weiter auszuüben“, betont Meßmer. Die Jagd diene dem Gemeinwohl, Land- und Forstwirtschaft seien ohne sie nicht möglich. „Wenn wir nicht jagen, kann der Wald nicht wachsen“, so Meßmer. Zudem lieferten die Jäger mit dem Wildbret ein hochwertiges Nahrungsmittel. „Mehr bio geht nicht.“

Jagschulinhaber Peter Meßmer unterstreicht, dass es bislang noch nie Probleme gab. „Ich habe das Entegast-Revier seit 14 Jahren, und es war zwischen Waldbesitzern und Jägern immer ein gutes Auskommen.“

Die Jägerschaft hat eine Belohnung in Höhe von 1500 Euro ausgesetzt für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen. Peter Meßmer, Tel. 0173 / 30 75 909, ist dankbar für Infos.

Schwerer Vorwurf: Sachsenforst macht illegal Jagd auf Rotwild

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Kritiken an fragwürdigen Methoden sind nichts Neues. Neu ist aber, dass sich dabei scheinbar nicht ans Gesetz gehalten wird. Ein Fall beschäftigt Polizei und Behörden.

Marienberg. Karsten Bergner kennt viele perfide Mittel, mit denen Jagd auf Rotwild gemacht wird. Was der Vorsitzende der Hegegemeinschaft Erzgebirge jüngst beobachten musste, brachte das Fass für ihn jedoch zum Überlaufen. „Hier wurde die Jagd zur Schädlingsbekämpfung degradiert“, behauptet der Rotwildschützer – und erhebt schwere Vorwürfe. Der Sachsenforst mache illegal Jagd auf Rotwild.

Bergner bezieht sich auf eine vermeintliche Lappjagd, die im Oktober im Revier Grumbach vorgenommen wurde. Bei dieser Art der Treibjagd wird ein bestimmtes Gebiet sichtbar mit Band und Lappen abgesperrt, um das Wild abzuschrecken und daran zu hindern, den Bereich zu verlassen. Das ist laut Gesetz zwar nicht grundsätzlich verboten, darf jedoch nicht in einer Zone von 300 Metern zur Jagdbezirksgrenze ausgeübt werden. Das sei aber der Fall gewesen, sagt der Chef der Hegegemeinschaft.

Er informierte noch am gleichen Tag die zuständige Untere Jagdbehörde. Eingegriffen habe diese aber nicht. „Das ist für mich das absolut Schlimmste. Die Jagd hätte beendet werden müssen. Stattdessen wurde dafür gesorgt, dass ein Gesetzesverstoß nicht geahndet wird“, sagt Bergner. Stefan Pechfelder vom Landratsamt bestätigt, dass die Untere Jagdbehörde als zuständiges Aufsichtsamt informiert wurde. Ob gegen das Gesetz verstoßen und warum nichts unternommen wurde, lässt er jedoch unbeantwortet, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt.

Das hat die Polizei an die Untere Jagdbehörde abgegeben. Ein Jagdpächter aus Großrückerswalde, der die Aussagen Bergners bekräftigt, hatte wegen des Falls Anzeige bei der Polizei erstattet. „Es wurden Ermittlungen wegen des Verdachts einer Ordnungswidrigkeit nach dem Bundesjagdgesetz aufgenommen“, bestätigt Andrzej Rydzik, Sprecher der Polizeidirektion Chemnitz. Die habe den angezeigten Sachverhalt schließlich zur weiteren rechtlichen Prüfung zuständigkeitshalber an die Untere Jagdbehörde abgegeben. „Nun ermittelt die Untere gegen den Sachsenforst als Obere Jagdbehörde. Was soll da rauskommen?“, fragt der Großrückerswalder. Bergner wiederum reichte zusätzlich Dienstaufsichtsbeschwerde beim Staatsforstbetrieb ein. Diese ist bereits geprüft worden. Ergebnis: „Die Behauptung, es habe eine Lappjagd gegeben, ist falsch“, sagt Michael Götze-Werthschütz, Sprecher beim Staatsbetrieb Sachsenforst. Die Absperrungen seien keine Lappen, sondern einfaches Signalband gewesen und dienten der Verkehrssicherung entlang der Straße. Bergner entgegnet: „Das Absperrband wurde auch im Wald über Bäche gezogen.“ Zudem verweist der Rotwildschützer auf ein Urteil aus Brandenburg: Lappjagd bleibt Lappjagd, auch wenn ein Gebiet aus Gründen der Verkehrssicherheit abgesperrt wird.

Der Vorfall im Revierbereich Grumbach ist nicht der einzige in den vergangenen Monaten im Forstbezirk Neudorf. Zwei weitere Jagdpächter berichten „Freie Presse“, dass der Staatsbetrieb vermehrt Lappjagden im Erzgebirge ausrichten lässt. Sachsenforst-Sprecher Götze-Werthschütz hingegen bekräftigt: „Es werden im Forstbezirk Neudorf keine Lappjagden durchgeführt.“

Gute Jagd, starke Strecke

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Starke Vermehrung, riesige Maisfelder, viele Wildschäden und die drohend näherrückende Afrikanische Schweinepest: Wildschweine stellen die Jagd zur Zeit vor große Herausforderungen. Die Schwarzkittel sind schwer zu erlegen, aber Profis wissen sich zu helfen.

Hannesreuth. Im Truppenübungsplatz-Revier Hannesreuth ging jetzt es den wilden Schweinen an die Schwarte. Mit gutem Erfolg. Der Auftrieb war enorm: 50 Jäger, darunter zahlreiche Hundeführer, und gut 60 Treiber aus den aktuellen Jungjägerkursen Amberg und Sulzbach-Rosenberg.

Das Hauptaugenmerk bei dieser großangelegten Drückjagd richtete der Bundesforstbetrieb Grafenwöhr im Forstrevier Hannesreuth im Truppenübungsplatz auf das Wildschwein.

Als Hauptziel dieser Jagd benannte Forstdirektor Ulrich Maushake bei der Begrüßung der Waidmänner einen möglichst hohen Eingriff in den Bestand der Wildschweinpopulation, um den Zuwachs zu begrenzen. „Damit wollen wir die an den Übungsplatz angrenzenden Reviere bei der Wildschadensproblematik entlasten“, stellte der Forstdirektor klar. Der zuständige Revierleiter Forstamtmann Harald Lammerich aus Hannesreuth war mit der Durchführung betraut. Er übernahm die Einteilung der Schützen und Treiber, der Hundeführer mit zum Stöbern eingesetzten Vierbeinern sowie der Nachsuchenführer mit ihren Schweißhunden. Bejagt wurde eine Fläche von rund 1000 Hektar Mischwald mit hohem Laubholzanteil im Südwesten des Übungsplatzes oberhalb von Kürmreuth.

Ausbildung gleich dabei

Damit der Jägernachwuchs auch gleich wertvolle Erfahrungen sammeln konnte, hatte der Bundesforst den Leitern der Jungjäger-Ausbildungskurse in den Kreisgruppen Amberg und Sulzbach-Rosenberg, Günther Baumer und Harry Vogel, angeboten, Einblick in die Schwarzwildbewirtschaftung zu geben. Die Ausbildung der Lehrgangsteilnehmer im Fach „Wildbrethygiene am praktischen Objekt“ war damit ein weiteres Ziel dieses Jagdtages.

Der Jagdtag

Die Jagd begann gegen 9.30 Uhr und verlief bis zum Ende um 13.30 Uhr reibungslos. Viele Jäger kamen zu Schuss, die Nachsuchen verliefen erfolgreich. Am Ende lagen neben 17 weiblichen Rehen und 11 Stück Rotwild dann gut zwei Dutzend Stück Schwarzwild, darunter ein starker Keiler und einige sogenannte „Überläuferbachen“.

Diese Stücke hätten im Frühjahr schon zur „reproduzierenden Klasse“ gehört, also mit durchschnittlich jeweils fünf Frischlingen für weiteres Anwachsen der Population gesorgt. „Damit wurde innerhalb der gesetzlichen Vorgaben ein wirksamer Beitrag geleistet, um Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen zu reduzieren“, bilanzierte der Forstdirektor.

Zusätzliche Drückjagden auf Schwarzwild sind für Januar geplant. Die US-Streitkräfte haben dem Bundesforstbetrieb hierfür Platz gemacht. Forstdirektor Maushake, betonte: „Das ist ein Beweis, dass auch das Militär seinen Beitrag leistet.“ Zusätzlich werde auch die Ansitzjagd auf Wildschweine auf dem Truppenübungsplatz noch verstärkt.

Auch die künftige Jäger-Generation profitierte: Die von kundiger Hand gezeigte richtige Behandlung des erlegten Wildes, dessen Wildbret zu den schmackhaftesten und wertvollsten Lebensmitteln gehört, beeindruckte die Lehrgangsteilnehmer.

An Reh-, Rot- und Schwarzwild durften die angehenden Waidmänner ihre Kenntnisse beweisen, stets unter fachlicher Aufsicht. Sauen werden aus Sicherheitsgründen stets getrennt vom anderen Wild aufgebrochen und die Organe entsorgt.

Abends beim Streckelegen dankte Günther Baumer auch im Namen der Kursteilnehmer für die Gelegenheit, diese interessante Jagd erleben zu können. Der Chef der deutschen Jäger, Hartwig Fischer, Präsident des Deutschen Jagdverbandes, zeigte sich beeindruckt von Ablauf und Organisation. (ge)

Schweiz: Sie will der Bevölkerung die Jagd erklären

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Gina Imfeld (22, Lungern) will Schweizer Jägerin 2018 - 2020 werden.Bild: PD
Gina Imfeld (22, Lungern) will Schweizer Jägerin 2018 – 2020 werden.Bild: PD

LUNGERN ⋅ Gina Imfeld (22) will «Schweizer Jägerin 2018–2020» werden. Die jüngste der Kandidatinnen ging schon als 10-Jährige mit auf die Pirsch. Sie glaubt, dass sich künftig vermehrt Frauen für das Jagen interessieren.

Es soll sich um keinen Schönheitswettbewerb drehen, stellt die Redaktion der Zeitschrift «Schweizer Jäger» klar. Dies ist durchaus verständlich, könnte man beim Titel «Schweizer Jägerin 2018–2020» doch durchaus an einen solchen Schönheitspreis denken. Am Wettbewerb, der aktive Schweizer Jägerinnen sucht, welche die Jagd und deren Auf­gaben auch der nicht jagenden Bevölkerung auf sympathische Art näherbringen sollen, nimmt auch Gina Imfeld teil. Die 22-jährige Lungererin ist die jüngste und einzige Zentralschweizerin unter den zehn Kandidatinnen. Die Wahl begann am 6. Dezember und dauert noch bis am 6. Januar. Auf der Website des «Schweizer Jägers» kann derzeit für die Kandidatinnen gestimmt werden. Mittels Jury-Bestimmung und den gesammelten Stimmen werden die vier besten gekürt, die Jury wählt danach die Gewinnerin. Momentane «Schweizer Jägerin» ist die Bündnerin Silvana Stecher. Ihre Vorgängerin und gleichzeitig die erste Gewinnerin des Wettbewerbs war die Walliserin Kerstin Kummer.

Am liebsten rund um Lungern unterwegs

Gina Imfeld jagt, seit sie es darf, erklärt sie gegenüber unserer Zeitung. Sie begleitete schon als 10-Jährige ihren Vater auf die Pirsch – und tut dies auch heute noch. Einzig mit dem Unterschied, dass sie heute auch schiessen darf. «Ich hatte schon als Kind immer Freude an Tieren. Zudem faszinieren mich die Natur, deren Ruhe und Stille.» Als Jäger komme man an Orte, an die nicht jeder hinkomme. Heute geht sie mit ihrer Jagdgruppe, in welcher auch ihr Vater ist, zumeist rund um Lungern jagen. «Diese Gegend kenne ich einfach am besten», sagt die angehende Kindergärtnerin.

Sie erklärt ihre Motivation für die Teilnahme am Wettbewerb damit, dass es viele Personen gebe, die gerne mehr über das Jagen wissen würden, aber nicht an die Informationen kämen. «Auch viele Leute in meinem Umfeld stellen sich das Jagen anders vor, als es ist. Deswegen möchte ich es ihnen erklären und ihnen aufzeigen, was die Gründe für die Jagd sind und was dahintersteckt.»

Die junge Jägerin äussert auch philosophische Gedanken: «Glück und Freude sind nur schön, wenn man es teilen kann.» Deswegen habe die Kameradschaft in ihrer Jagdgruppe einen grossen Stellenwert. Zudem glaubt Gina Imfeld, dass es immer mehr Frauen gebe, die auf die Jagd gehen. «Es interessiert uns Frauen auch», sagt sie. So kenne sie viele Frauen, die momentan das Ausbildungsjahr – das sogenannte Hegejahr – absolvieren. Deswegen werde es hoffentlich auch in Zukunft genügend Kandidatinnen geben, die «Schweizer Jägerin» werden wollen.

Hinweis

Bis am 6. Januar 2018 kann unter www.schweizerjaeger.ch abgestimmt werden.

Jagd im Spannungsbogen: Befähigung für 120 Männer und 17 Frauen

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Ein Nachdenken über die Jagd bildete den Auftakt der schlichten Feierstunde für die frisch diplomierten Jägerinnen und Jäger.

Das Jagen in einem größeren Zusammenhang zu sehen, dazu rief Moraltheologe Martin Lintner, als er in seinem rund einstündigen Referat die Jagd im Verhältnis zu Umwelt- und Tierethik thematisierte. Denn: Die kompetent ausgeübte Jagd diene letztlich dem Leben, indem sie dazu beitrage, die Tierpopulation und das Gleichgewicht des Ökosystems zu erhalten. Gleichzeitig erteilte er dem Jagen um des Tötens willens oder der reinen Trophäenjagd eine deutliche Absage. Die gesellschaftliche Akzeptanz des Jagens, führte er aus, hängt mit dem Töten zusammen: Deshalb sei es wichtig, dass das Töten gekonnt und schnell, schmerz- und stressfrei ausgeführt wird. Er rief die anwesenden Jäger und Jägerinnen auf, sich nicht an das Töten zu gewöhnen. Zudem lud er sie ein, auch Nicht-Jäger mit zur Wildbeobachtung zu nehmen und sie so an ihrer Begeisterung und Leidenschaft für die Natur teilhaben zu lassen. Zu den jagdlichen Grundhaltungen gehöre die Ehrfurcht vor dem Leben, die Wertschätzung und Wissen beinhaltet. Es brauche Bewusstseinsbildung und einen Schulterschluss zwischen Jagd, Forst-, Wald- und Almwirtschaft, unterstrich der Theologe, und: Im Hinblick auf die Rückkehr von Bär und Wolf gelte es, Extrempositionen zu vermeiden, da man nicht zu einer bären- und wolfsfreien Zone zurückkehren könne, es aber andererseits naiv und nicht zielführend sei, Probleme mit den Raubtieren zu leugnen. Es bedürfe einer realistischen Vermittlung zwischen den beiden Extrempositionen und der Erhaltung eines natürlichen Gleichgewichts durch gezielte Regulation.

Hat die Jagd eine Zukunft? Diese Frage stellte Benedikt Terzer, Direktionsassistent desSüdtiroler Jagdverbandes. Allgemein, habe er beobachtet, sinke die Akzeptanz gegenüber Jägern und auch die Zahl etwa der Jäger in Italien. Südtirol bilde dabei eine Ausnahme, da sich die Zahl der Jägerinnen und Jäger über Jahre hinweg bei 6000 hält. Selbstreflexion sei für Jägerinnen und Jäger wichtig, unterstrich er: Heute mehr denn je sei es nötig, das Handwerk der Jagd zu erklären. Die Jagd sei ein Handwerk, stellte er den Bezug zum Josefssal im Kolpinghaus als Austragungsort der Feier hin: Auf einer Skulptur werden Redlichkeit, Herz, Frohsinn und Fleiß angemahnt – diese Haltung gab er den Jungjägerinnen und Jungjägern mit auf ihren Weg.

Auch Forstwirtschaftslandesrat Arnold Schuler ging in seinen Grußworten auf den zentralen Punkt der Akzeptanz der Jagd ein und erinnerte die Jägerinnen und Jäger an ihre Rolle als Heger und Pfleger. Wichtig, knüpfte er an Referent Lintner an, seien eine Haltung der Demut und des Respekts dem Wild gegenüber. Gerade im Hinblick auf das mit Emotionen beladene Thema der Jagd seien eine fundierte Ausbildung und eine gute Beobachtung der gesellschaftlichen Entwicklungen wichtig.

Ergebnis der Jägerprüfung
Die Zahlen der diesjährigen Prüfung legten Luigi Spagnolli, Direktor im Amt für Jagd und Fischerei, und sein Stellvertreter Andreas Agreiter dar: Insgesamt sind 433 Kandidatinnen und Kandidaten zur diesjährigen Jägerprüfung angetreten. Von den zur Theorieprüfung angetretenen 237 Kandidaten und Kandidatinnen haben 191 (81 Prozent) die schriftlichePrüfung in Quizform bestanden und 168 Kandidaten (88 Prozent) die mündliche Prüfung; davon hatten bereits 9 Kandidaten in den vergangenen Jahren die Schießprüfung bestanden. Insgesamt haben also 71 Prozent den theoretischen Teil der Prüfung bestanden. Davon sind zur (nur mündlichen) Zusatzprüfung 7 Kandidaten angetreten, von denen 2 bestanden haben.

Zur Schießprüfung angetreten sind 196 Kandidaten und Kandidatinnen, davon haben 138 (70 Prozent) bestanden. 61 Prüfungsabsolventen und -absolventinnen haben den Jungjäger-Praxiskurs besucht; 76 Prüfungsabsolventen haben das Revierpraktikum absolviert. Die Jagdbefähigung haben heuer somit 137 Personen erlangt, davon sind 120 Männer und 17 Frauen.

Zahlen zur Jagd in Südtirol
In Südtirol ist das Recht zur Jagdausübung grundsätzlich nicht an den Besitz von Grund und Boden gebunden, sondern an die Dauer der Ansässigkeit im jeweiligen Revier, jeder in Südtirol ansässigen Person wird also der Zugang zur Jagd ermöglicht. An die 6100 Quadratkilometer in Südtirol sind bejagbar. Der Großteil der bejagbaren Fläche verteilt sich auf 145 Jagdreviere kraft Gesetz, die sich auf acht Jagdbezirke verteilen; die 51 Eigenjagden nehmen gut 100 Quadratkilometer und somit weniger als 2 Prozent der Jagdfläche ein. Im laufenden Jahr 2017 verzeichnet der Südtiroler Jagdverband 5963 Jägerinnen und Jäger. Die Anzahl der Frauen nimmt zu: Von 55 Frauen im Jahr 1990 ist die Anzahl im heurigen Jahr auf 324 Jägerinnen angewachsen.