Bayerische Akademie für Jagd und Natur – Wissenschaftler untersuchen relevante Fragen zu Wild und Natur

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Gruppenfoto bei der Gründungsveranstaltung der Bayerischen Akademie für Jagd und Natur letztes Jahr
Gruppenfoto bei der Gründungsveranstaltung der Bayerischen Akademie für Jagd und Natur letztes Jahr (Bild: BJV)

 
 
 

Feldkirchen/Wunsiedel (BJV) – Ein rasanter Strukturwandel in der Land- und Forstwirtschaft, explodierende Schwarzwildbestände und dramatisch wegbrechende Streckenzahlen bei Hase, Fasan und Rebhuhn – die moderne Jagd steht vor enormen Herausforderungen. Da ist guter Rat gefragt, der wissenschaftlich solide untermauert sein sollte. Der Verein zur Förderung der freilebenden Tierwelt und Naturschutz e. V. hat deshalb mit Unterstützung des Bayerischen Jagdverbandes (BJV) und internationalen Partnern in Wissenschaft und Gesellschaft im letzten Jahr die Gründung der Bayerischen Akademie für Jagd und Natur initiiert.

Gruppenfoto bei der Gründungsveranstaltung der Bayerischen Akademie für Jagd und Natur letztes Jahr
Gruppenfoto bei der Gründungsveranstaltung der Bayerischen Akademie für Jagd und Natur letztes Jahr (Bild: BJV)

Ziel der Akademie ist es, Antwort auf wichtige Fragen der Jagd angesichts der sich ständig ändernden Rahmenbedingungen zu finden. Die Jagd steht heute unter dem Einfluss eines umfassenden Klima- und Strukturwandels. Auch der technische Einfluss nimmt laufend zu. Welche technischen Hilfsmittel sind für die Jagd sinnvoll? Welche Bedeutung haben die Ruhezonen für das Wild und wie sinnvoll ist eine artgerechte Notzeitfütterung? Außerdem beschäftigen die Jäger Fragen zur Zuwanderung von Neozoen wie zum Beispiel dem Waschbären oder zum Management von „Neuankömmlingen“ wie dem Wolf.

Die Bayerische Akademie für Jagd und Natur bietet in Zukunft die Chance, jagdrelevante Themen zu erforschen. Über die Akademie werden Forschungsprojekte zu Themen vergeben, die von Bedeutung für die Zukunft der Jagd sind. Sie fördert Forschungsarbeiten im Zeichen von Natur- und Artenschutz und vernetzt Wissenschaftler, die Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit suchen.

Die Projekte werden aus der Jagdabgabe, aus Mitteln der Deutschen Forschungsgesellschaft und weiteren öffentlichen Fördertöpfen unterstützt. Mit diesen Fördergeldern werden Projekte finanziert, die die Ausübung der waidgerechten Jagd wissenschaftlich untermauern. Denn bisher gibt es in Bayern keine eigenständige wildbiologische Forschung. Bei allen Forschungsfragen liegt ein besonderes Augenmerk auf dem Praxisbezug. Die Landesjagdschule in Wunsiedel bietet den Forschern beste Voraussetzungen für praxisbezogene Untersuchungen. Das Revier umfasst rund 1000 Hektar.

Die Aufgaben der Landesjagdschule bekommen mit der Gründung der Akademie neue Impulse. Nach wie vor ist sie zuständig für Aus- und Fortbildung der Jägerinnen und Jäger im Bayerischen Jagdverband. Ergänzend kommt die zukunftsorientierte Forschung hinzu, die den Jägerinnen und Jäger helfen soll, Antworten auf aktuelle, brisante Forschungsfragen zu finden.