Brandenburger planen Wildschweinjagd mit Pfeil und Bogen

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Wildschweine in Brandenburg wühlen Gärten und Grünflächen um. Jetzt überlegt eine Gemeinde, die Tiere mit Pfeil und Bogen zu jagen. Eine Genehmigung steht allerdings noch aus.

Gefährliche Querschläger

60 bis 70 Wildschweine werden jährlich in der Gemeinde Stahnsdorf gesichtet, manchmal schon tagsüber. Jäger lehnen die Jagd mit dem Gewehr in dem dichtbewohnten Ort als zu gefährlich ab: Querschläger könnten Unbeteiligte gefährden. Sicherer erscheinen einigen Waidmännern Pfeil und Bogen – sie verbreiteten den Vorschlag, damit auf Jagd zu gehen. Seit 1976 verbietet das in Deutschland jedoch das Bundesjagdgesetz. Der Deutsche Jagdverband lehnt die Methode nach wie vor ab. Für eine Ausnahmegenehmigung wäre das Brandenburger Landwirtschaftsministerium als oberste Jagdbehörde zuständig.

Tierschutzgerechtes Töten

Prüfungen liefen, heißt es dort. Sprecher Jens-Uwe Schade sagt, es müsse sichergestellt werden, dass das Wild tierschutzgerecht getötet werde. Die Bogenjagd wird nach Angaben des Deutschen Bogenjagdverbands in 17 europäischen Ländern als zusätzliche waidgerechte Jagdart akzeptiert. Ein ausgebildeter, geübter Jäger könne auf die maximale Distanz von 25 Metern die Größe eines Handtellers treffen, sagt Jan Riedel, 1. Vorsitzender des Verbands.