Aktion der Jägerschaft: „Jagd ist zu 80 Prozent Naturschutz“

Die Osterholzer Jägerschaft hat das Sandhausener Moor entkusselt. Auch Kinder halfen emsig mit.

Sandhausen. Das Sandhausener Moor gilt als ein besonderes Biotop mit wertvollen Hochmooren, die nicht abgetorft wurden. Die Osterholzer Jägerschaft, die sich aktiv für den Naturschutz in den Jagdrevieren engagiert, hatte Waidmänner und -frauen zum Entkusseln des Naturschutzgebietes ins Sandhausener Jagdrevier gelotst. Jagdfreunde aus Nachbarrevieren, darunter die Naturschutzbeauftragte der Jägerschaft Bianca Wendelken-Osterloh und Jäger Timo Kahrs aus Lilienthal, unterstützten tatkräftig die Aktion zum Schutz des Moores.

Mit Sägen, Astscheren und Buschmessern wurden junge Birken und andere Sträucher entfernt, die besonders viel Wasser dem Moor entziehen. Durch das „Entkusseln“ wird das Austrocknen der Moore verhindert, erklärte die Naturschutzbeauftragte. Moorschutz sei auch aktiver Klimaschutz: Denn Moore speicherten enorme Mengen Kohlendioxid (CO2), das den Treibhauseffekt fördert.

Zu den Aktivisten der sonntäglichen Aktion zählten einige Absolventen des Jungjäger-Lehrgangs, die im April ihre Prüfung vor sich haben. „Jagd ist zu 80 Prozent Naturschutz“, erklärte Jagdpächter Ulrich Messerschmidt. Deswegen bestehe die Ausbildung des Jägernachwuchses zum Teil auch aus diversen Naturschutzaktionen.

Auf dem Hof von Heinz Brinkmann, dem Vorsitzenden der Jagdgenossenschaft, empfingen die Jagdpächter Gäste und Lehrgangsleiter Ralf Jonas die Jungjäger. Sie erfuhren, wie wichtig die Aktion zum Schutz der Moore ist. Der jüngste Naturschützer in der Gruppe war der fünfjährige Falk, der unter Anleitung seines Vaters kleine Birken mit der Astschere entfernte.

Die bodennah abgeschnittenen Bäume und Sträucher trugen die Helfer an den Rand der Moorfläche und schichteten sie dort zu einer Benjeshecke auf. Auf den entkusselten Flächen würde sich neue Vegetation entwickeln, die nützlich für Niederwild wie Hasen und Bodenbrüter sei, erläuterten die Organisatoren der Aktion. Das Entkusseln des Sandhausener Moores geschehe im Einvernehmen mit der Domäne-Verwaltung in Lüneburg und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises, bemerkte Ulrich Messerschmidt. Ein bis zweimal jährlich stünden Naturschutzmaßnahmen bei der Osterholzer Jägerschaft auf dem Plan, war zu erfahren. Somit leiste die Jägerschaft einen wertvollen Beitrag zum Naturschutz im Landkreis.