Auch auf Dresdens Friedhöfen wird scharf geschossen

Dresden – Achtung, auf unseren Friedhöfen wird scharf geschossen!

Wenn tierische „Grabräuber“ Schäden anrichten, müssen Stadtjäger wie Thomas Schröder (56) ran. Er stellt Fallen auf, geht im Dunkeln mit dem Gewehr auf die Pirsch. Für die Jagd auf dem Trinitatisfriedhof hat er sogar Hochsitze aufgebaut.

Auf Friedhöfen (befriedete Bezirke) ist die Jagd grundsätzlich verboten. Die Untere Jagdbehörde genehmigt aber Ausnahmen.

„Solche Einzelfälle ergeben sich beispielsweise, wenn Füchse oder Dachse auf Friedhöfen ihre Baue anlegen und dadurch nicht nur die Grabanlagen beschädigen, sondern unter Umständen auch die Totenruhe stören“, sagt eine Stadtsprecherin.

Es komme sogar vor, dass die Wildtiere an Knochen aus Särgen herankommen.

Der Trinitatisfriedhof (Johannstadt) hat vor allem mit Dachsen zu kämpfen. „Sie buddeln für ihr großes Geschäft die Erde auf. Es gibt Gräber, die Friedhofsmitarbeiter fast täglich wieder herrichten müssen“, sagt Stadtjäger Schröder, Chef der Jagdfirma City-Trapper.

Es komme sogar zu Schadensersatzforderungen der Angehörigen. Um die tierischen Störenfriede loszuwerden, stellt er Kastenfallen auf. Tappen die Tiere hinein, erlegt sie der Jäger. Igel oder Katzen werden wieder freigelassen.