Auf der JAGD & HUND in Dortmund: „Geweihte“ im Wettstreit

Hirschrufer, Preisträger 2015

Dortmund (JAGD & HUND) – Auf der kommenden JAGD & HUND (9.-14.02.2016) röhren am Messefreitag, dem 12. Februar 2016, um 12 Uhr, Deutschlands beste Hirschrufer zum 18. Mal um die Wette. Insgesamt 16 Teilnehmer aus sechs Bundesländern sind bisher gemeldet. 

Hirschrufer, Preisträger 2015
Die Sieger der Deutschen Meisterschaft der Hirschrufer 2015: Andreas Töpfer (Deutscher Meister), Dr. Wolfgang Sander (Vizemeister), Immo Ortlepp (3. Platz) (Bild: JAGD & HUND)

Auch der inzwischen 13-jährige Nils Aßmus aus Wedemark (Niedersachsen) tritt wieder an, um den „Althirschen“ das Revier streitig zu machen. Persönlich trainiert wurde der „Junghirsch“ von Jagdausbilder, Berufsjäger und Hirschrufer Immo Ortlepp. Im vergangenen Jahr konnte sich Nils Aßmus immerhin den 11. von insgesamt 16 Plätzen sichern. Lassen wir uns überraschen, ob Aßmus es in diesem Jahr schafft, das Feld von hinten aufzurollen. Mit dabei ist in diesem Jahr übrigens auch ein Journalist des WDR, bisher noch ohne „geschulte Stimme“.

Seit 1998 wird auf der JAGD & HUND jährlich die „Deutsche Meisterschaft der Hirschrufer“ ausgetragen. Präsentiert wird der Wettbewerb von der Zeitschrift WILD UND HUND, dem führenden deutschsprachigen Jagdmagazin Europas, und der Messe Westfalenhallen Dortmund GmbH.

Die Disziplinen
In folgenden Disziplinen werden die Dortmunder „Hirsche“ 2016 gegeneinander antreten: 1. Stimme des Platzhirsches beim Kahlwildrudel, 2. junger, suchender Hirsch und 3. Kampfruf eines im Zweikampf siegreichen Hirsches. Für den Fall eines Stechens muss ein ruhender, abgebrunfteter Hirsch imitiert werden.

Hirschrufen ist jagdliches Handwerk
Die Lock- und Rufjagd gehört seit Jahrhunderten zum jagdlichen Handwerk. Ziel der Lautnachahmung ist es, während der Brunftzeit des Rotwildes dem „Platzhirsch“ auf dem Brunftplatz einen Nebenbuhler vorzutäuschen, damit er aus der Deckung tritt und so vom erfahrenen Jäger besser beurteilt werden kann. Speziell bearbeitete Ochsenhörner, Tritonschneckengehäuse, Glaszylinder, das Heracleumrohr (der hohle Stängel des Riesenbärenklau) sowie eine Reihe von künstlich hergestellten Instrumenten dienen dabei der Ton-Verstärkung. Die Jury, bestehend aus Wildmeister und Erfolgsautor Konrad Esterl, Revierjagdmeister Helmut Hilpisch sowie dem Förster und Sachkundigen im Rotwildgebiet Hinterlandswald Winfried Wagner, bewertet nach dem umgekehrten Schulnotenprinzip.

Den Gewinnern winken wertvolle Sachpreise. Die drei Erstplatzierten qualifizieren sich außerdem für die Europameisterschaft im Hirschrufen, die am 28. Mai 2016 in Keszthely, Ungarn, ausgetragen wird.