Auf der Jagd mit Gewehr und Stoßstange

Gemeindeübergreifende Drückjagd in Gottenheim und Region / Wildschweine sind schwer zu jagen.

GOTTENHEIM (hod). Die Jagdpächter der Region haben am Samstag eine gemeindeübergreifende Drückjagd organisiert. In Gottenheim, Neuershausen und Buchheim wurde Schwarz-, Reh- und Raubwild gejagt. Jagdpächter Lothar Dangel war mit der Gottenheimer Strecke sehr zufrieden: Mit elf Rehen und einem Fuchs sei es eine „sehr große Strecke“ gewesen. Ab 12.30 Uhr herrschte in Gottenheim „Hahn in Ruh’“, und die Jägerinnen und Jäger sammelten sich nach und nach. Ein angeschossenes Reh musste noch gesucht werden. Im Bötzinger Jagdrevier 3 wurden sechs Rehe und eine Unfallsau erlegt – ein Schütze wollte mit dem Auto Munition holen, als ein Wildschwein ihm in den Weg lief. In Neuershausen wurden fünf Rehe, fünf Sauen und drei Füchse geschossen und in Buchheim elf Rehe und eine Sau.

Es sei sehr schwierig, Sauen bei Tag zu erlegen, sagte Dangel: „Die Sauen sind mittlerweile schlauer als wir.“ Wildschweine sind scheu und nachtaktiv. Sie verlegen ihre Nahrungssuche meist in die Nachtstunden, wenn keine Menschen mehr unterwegs sind. In Gottenheim konnte dann auch keine einzige Sau gesichtet und geschossen werden – die Rotte müsse nach Bötzingen oder Neuershausen geflüchtet sein, mutmaßte Dangel. Dabei müssten Wildschweine verstärkt bejagt werden, da sie zahlenmäßig sehr stark sind und Schäden in Feldern verursachen. Die Jagd könnte damit auch Entschädigungszahlungen minimieren.

Beim Lagerfeuer im Gottenheim wurden dann skurrile Jagdgeschichten erzählt: Ein Jäger habe auf zehn Meter durch einen Ast geschossen – die Kugel sei dann noch zwanzig Meter weiter geflogen und habe ein Reh erlegt. Zum Beweis holte der Jäger den Astdurchschuss und zeigte ihn stolz seinen Kollegen. Jagdpächter Dangel übergab den erfolgreichen Jägern den Schützenbruch. Die erfolgreichsten Schützen bei der Drückjagd in Gottenheim waren Christoph Efinger, Wolfgang Packi und Markus Rombach, die je zwei Rehe erlegten. Daher konnte diesmal kein Jagdkönig gekürt werden.

Die Strecke verbliesen nach alter Sitte die Jagdhornbläser Lothar Dangel, Christian Dilberger und Philip Jakob mit den Stücken „Reh tot“, „Fuchs tot“, „Jagd vorbei“, „Auf Wiedersehen“ und „Zum Essen“. Apropos Essen: Das Wild in Gottenheim konnte von den Jägern oder anderen Interessierten gleich gekauft werden. Das Fleisch, das übrig blieb, gelangt in Gaststätten oder wird von den Pächtern zum Selbstverzehr oder Verkauf verpackt.