Ausstellung „Naturschutz und Jagd“ in Zeulenroda-Triebes

Die Ausstellung in der Tourist-Information soll Kinder und Jugendliche für die Natur begeistern

Zeulenroda-Triebes. Jäger Lothar Prüfer lässt den Blick über das Zeulenrodaer Meer schweifen. „Ist das nicht ein herrlicher Anblick?“, sagt er. Die Natur. Die Tierwelt. Die Landschaft. Doch es schwingt auch etwas Wehmut in seiner Stimme mit. „Denn hinter diesem Panorama gibt es eben auch viele Felder mit Monokulturen, die viele einst hier heimischen Arten schon vollständig aus unserer Gegend vertrieben haben“, sagt er. Das Rebhuhn sei so ein Vertriebener. Doch merken würde das eh kaum noch jemand. Denn das Interesse für die heimische Natur und die Arten, die sie beheimatet, nehme immer mehr ab. Vor allem bei den Jugendlichen. „Der Lernort Natur gerät in Vergessenheit“, sagt er.

Um das zu ändern, hat er gemeinsam mit seinen Jäger-Kollegen Mike Rietsch und Karl-Heinz Räsch eine kleine Ausstellung auf die Beine gestellt. Unter dem Titel „Naturschutz und Jagd“ können die Besucher derzeit in der Tourist-Information am Zeulenrodaer Meer interessante Details über die einheimischen Bäume und Tierarten erfahren. Was fressen Reh, Igel und Wildschwein? Welche Vögel machen es sich am liebsten auf einer Eiche bequem? Und wie sehen die Früchte des Baumes aus? „Im Idealfall kommen Eltern mit ihren Kinder vor einem Spaziergang in die Ausstellung und haben dann Freude daran, die Arten und Bäume in der Natur zu entdecken“, sagt Jungjäger Mike Rietsch .

Artenwissen bei Schülern nimmt weiter ab

Die Jäger hoffen, dass bei den Jüngsten etwas hängen bleibt. Denn auch eine Studie des Naturschutzbundes (Nabu) belegt: das Artenwissen der jungen Generation nimmt immer weiter ab. Die im Jahr 2018 mit 2000  Schülerinnen und Schülern zwischen 10 und 19 Jahren durchgeführte Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass Gymnasiasten im Schnitt nur fünf von 15 häufigen Singvogelarten richtig benennen können. Die Gymnasiasten erkannten im Mittel eine Art weniger als noch vor zehn Jahren. Das entspricht einem Rückgang der Artenkenntnis von beinahe 20 Prozent innerhalb eines Jahrzehnts.

Lothar Prüfer und Mike Ritsch aus dem Hegering Daßlitz und Karl-Heinz Räsch aus dem Hegering Pflege Reichenfels und Umgebung wissen, dass so eine Ausstellung nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Deswegen wollen sie auch an anderen Stellen anknüpfen, um Jugendliche wieder für die Natur zu begeistern. So führt die Kreisjägerschaft regelmäßig Wanderungen im Schullandheim in Zeulenroda-Triebes durch. Außerdem ist man mit einem mobilen Informationsstand unterwegs. Um über Naturschutz aufzuklären, aber auch, um mit Vorurteilen über die Jagd aufzuräumen. „Es herrscht noch immer die landläufige Meinung vor, wir Jäger wären die Feinde der Tiere. Dabei bedeutet Jagd auch Natur- und Artenschutz“, sagt Lothar Prüfer .

Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten der Tourist-Information von Montag bis Freitag 10 bis 17 Uhr und Samstag 13 bis 17 Uhr kostenlos besucht werden.