Bald ist es so wieder weit: Was machen die Rehböcke?

Am 1. Mai Jagd auf den roten Bock los. Dann sollte man aber bereits wissen, wo man reelle Chancen auf diesbezügliches Waidmannsheil hat. Deswegen sind wir Jäger jetzt im April auch gerne einmal im Revier unterwegs.

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Um möglichst am 1. Mai bereits Anblick zu haben, sollte man sich bereits im April ein paar Gedanken machen und sich im Revier umsehen (Bild: Przykuta, Lizenz: CC)

Verraten tut sich der Rehbock natürlich durch die Fegestellen, nach denen man beim Reviergang Ausschau hält. Doch wo soll man diese suchen?

Das Reh ist wie man sagt ein Schlüpfer der Waldrandzone, das bedeutet, dass es sich gerne in dichten Bewuchs aufhält, dem Lebensraum, an denen es ja durch seinen Körperbau auch angepasst ist, der aber heutzutage nicht mehr auf den Waldrand allein beschränkt ist, sondern sich aufgrund des Waldumbaus und der Stürme Wiebke und Lothar auch an vielen anderen Stellen im Wald findet.

Fegestellen in klassischen Althölzer zu suchen, hat demnach wenig Sinn. Durch den Waldumbau gibt es jedoch in vielen Althölzern bereits wieder mehrjährigen Unterwuchs, was diese zu interessanten Einständen für das Rehwild macht, die nicht nur Deckung, sondern auch Äsung bieten. Zudem wurden viele Wiebke- und Lotharflächen nicht wieder aufgeforstet, sodass sich dort mittlerweile eine Art junger Urwald gebildet hat, der ebenfalls Äsung und Deckung bietet, also ein ideales Rehwild-Biotop darstellt.

Zu Beginn der Jagdzeit werden sozusagen die Reviere verteilt. Deswegen sind die Rehböcke zu dieser Zeit auch noch in Bewegung. Das bedeutet, dass man sie öfter auch außerhalb ihrer Einstände zu sehen bekommt. Später im Jahr wird es heutzutage schwierig, weil das Rehwild keine Veranlassung hat, seine Einstände auf Wiebke- und Lotharflächen zu verlassen, weil diese ihm anders als die Fichtendickungen des konventionellen Waldbaus früherer Zeiten nicht nur Deckung, sondern auch reichlich Äsung bieten.

Gute Plätze für den Bockansitz im Mai sind also freie Bereiche in oder angrenzend an Flächen mit dichten Bewuchs, also etwa Waldwege oder sonstige offene Stellen in Buchenalthölzern, Graswege zwischen Wiebke- und Lotharflächen und dergleichen. Sind dann in der Nähe auch noch Fegestellen zu finden, stehen die Chancen auf ein Waidmannsheil am 1. Mai recht gut.