BJV appelliert an Verantwortungs­bewusstsein der Landwirte:Mähmaschinen sind große Gefahr für Jungwild

Rehkitz, von der Mutter im Gras versteckt (Bild: James Lindsey, Lizenz: CC)

München (BJV) – Wenn die Wiesen schnittreif werden, wächst die Gefahr für Rehkitze und Bodenbrüter, Opfer der ersten Wiesenmahd zu werden. Die Ursache: Der günstigste Mahdtermin in der Futterwirtschaft fällt in den Zeitraum der Jungenaufzucht zahlreicher Wildtierarten. Bayerische Jägerinnen und Jäger appellieren daher an Landwirte zur Zusammenarbeit, um Jungwild vor dem sicheren Mähtod zu retten.

Rehkitz, von der Mutter im Gras versteckt (Bild: James Lindsey, Lizenz: CC)
Rehkitz, von der Mutter im Gras versteckt (Bild: James Lindsey, Lizenz: CC)

BJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke fordert: „Jeder Landwirt ist dazu verpflichtet, vor der Mahd seiner Wiese sicherzustellen, dass sich kein Wirbeltier in dieser befindet. Jägerinnen und Jäger helfen ihnen dabei. Es gibt viele Möglichkeiten, die Jungtiere zu schützen, zum Beispiel wenn Mahdtermine rechtzeitig, sprich 24 Stunden vor der Mahd, dem Jagdpächter gemeldet werden, damit dieser die Wiesen nach Kitzen absuchen oder Wildscheuchen aufzustellen kann. Aber auch der Landwirt selbst kann mit der richtigen Mähstrategie, von innen nach außen, zur Rettung der Wildtiere beitragen.“ Junge Feldhasen und Rehe haben gegenüber ihren Fressfeinden eine besondere Strategie entwickelt: wenn Gefahr droht, fliehen sie nicht, sondern ducken sich und verharren still, um nicht entdeckt oder aufgespürt zu werden. Dieses regungslose Verharren als Schutzstrategie wird den Jungtieren bei der Wiesenmahd mit schnellen und breiten Maschinen allerdings zur Todesfalle.

Jäger aktiv bei Kitzrettung

Jägerinnen und Jäger leisten jährlich freiwillig zahlreiche Stunden bei der Kitzrettung. Durch ihr großes ehrenamtliches und finanzielles Engagement sei es beim Absuchen von Wiesen, Aufstellen von Wildscheuchen oder Anbringen von verschiedenen Kitzrettern können jedes Frühjahr tausende Rehkitze gerettet werden. Dabei benötigen sie aber dringend die Zusammenarbeit mit den Landwirten vor Ort. Ein vielversprechender Lösungsansatz ist hier beispielsweise die Kitzrettung aus der Luft mit Infrarottechnik und Multicoptern, bei der sich der Bayerische Jagdverband seit Jahren aktiv engagiert.

Randstreifen sind Lebensräume – später Schnittzeitpunkt kann Leben retten!

Neben den Futterwiesen werden im Frühjahr auch häufig Weg- oder Feldrandstreifen gemäht. Dabei ist hier – anders als bei der Wiesenmahd zur Futtergewinnung – ein früher Schnittzeitpunkt nicht notwendig. Mit praxisrelevanten Mähmethoden können Wildtierverluste drastisch gesenkt werden. Ein entscheidender Einflussfaktor ist dabei beispielsweise die Schnitthöhe. Je höher der Schnitt, desto geringer sind Verluste bei sich drückenden Tieren und Bodenbrütern. Den größten Einfluss hat allerdings der Schnittzeitpunkt. Je später der Mahdtermin, desto geringer sind die Verluste.