Europas seltenste Gänseart im westfälischen Lippborg zu Gast

Zwerggans am Gewässer (Bild: Projekt Fjällgas/DJV)

Berlin (DJV) – Erstmals seit Beginn der 1980er Jahre hat es ein großer Schoof handaufgezogener Zwerggänse aus einem schwedischen Artenschutzprojekt nach Deutschland geschafft. Die seltenste Gänseart Europas gastiert im Moment im westfälischen Lippborg.

Zwerggans am Gewässer (Bild: Projekt Fjällgas/DJV)
Zwerggans am Gewässer (Bild: Projekt Fjällgas/DJV)

Vor wenigen Tagen ist im Schutzgebiet Disselmersch in Lippborg ein Schoof Zwerggänse (anser arythropus) aus Schweden gelandet. Die in Europa äußerst seltenen Tiere stammen aus dem „Projekt Fjällgas“ (Projekt Zwerggans) des Schwedischen Jagdverbandes, das zum Ziel hat, den in Europa gefährdeten Wildbestand zu stützen. Innerhalb der EU-Grenzen liegt der einzig bekannte Brutplatz der Zwerggänse in Lappland in der Nähe von Arjeplog. Der schwedische Jagdverband leitet das Artenschutzprojekt im Rahmen des schwedischen Naturschutzplans. Die in Lippborg gelandeten Vögel stammen aus einer Handaufzucht, die den Wildbestand stützen sollen.

Der Projektleiter, Niklas Liljebäck, freut sich über den Ausflug seiner Zöglinge: „Wenn sie nächstes Jahr ins Brutgebiet nach Lappland zurückkommen, wäre das ein Meilenstein für unser Projekt und ein riesiger Schritt vorwärts, um den Wildbestand zu stützen.“ Auch die lokale Jägerschaft hat die sehr seltenen Gäste im Kreis Soest und Warendorf bereits beobachten können. „Einmal mehr bedeutet dies für uns jetzt: Augen auf bei der Gänsejagd“, sagt Wolfgang Heins, zuständig im DJV-Präsidium für Gänse. „Ein solches Projekt wird von unserer Jägerschaft voll unterstützt. Schließlich unternehmen wir einen ähnlichen Aufwand, wenn es um die Bestandsstützung bei Rebhuhn und Fasan geht.“

Die Zwerggans ist besonders auffällig durch ihre große, weiße Blässe über dem Schnabel, weshalb sie auch oft Zwergblässgans genannt wird. Mit etwas Glück sind die schwedischen Gäste aus der Beobachtungshütte Disselmersch in Lippborg zu beobachten.