Forstminister Peter Hauk MdL: „Durch die verstärkte Anlage von Freiflächen im Wald schaffen wir die Grundlage für die Sicherung des Auerwildes im Schwarzwald“

Stuttgart (MLR BW) – „Der Klimawandel macht dem heimischen Auerwild schwer zu schaffen. Durch die verstärkte Anlage von Freiflächen im Wald schaffen wir die Grundlage für die Sicherung dieser für den Schwarzwald so typischen Waldvogelart“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, am Donnerstag (29. Dezember) in Stuttgart. Das Auerwild lege sich im Winter zum Schutz vor Fressfeinden Schneehöhlen an. Der Klimawandel sorge immer öfter dafür, dass entsprechende Schneemengen ausblieben. Viele Tiere würden so leichte Beute für Fuchs oder Habicht. Damit sei das Auerwild die erste Wildtierart in Baden-Württemberg, für die dokumentiert wäre, dass sie durch den Klimawandel massiv unter Druck gerate.

Zusätzlich setze das Freizeitverhalten der Bevölkerung dem Auerwild zu. Menschen, die zur Erholung zum Beispiel abseits der Wege quer durch die Wälder gingen, stellten einen zusätzlichen Stress für die scheuen Waldbewohner dar.

Experten hielten für das langfristige Überleben der Art im Schwarzwald mindestens 300 Auerhähne für notwendig. Derzeit würden etwas mehr als 200 Hähne gezählt.

„Zum Schutz des Auerwilds werden wir in den Hochlagen des Schwarzwaldes auf Waldflächen des Landesbetriebs ForstBW diesen Winter und in den folgenden Jahren im Rahmen des regulären Holzeinschlags verstärkt größere lichte Stellen schaffen. Damit verbessern wir die Lebensbedingungen der Tiere nachhaltig“, erklärte der Minister. In aufgelichteten Wäldern käme mehr Sonnenlicht und damit Wärme auf die Waldböden, was sich positiv auf das Nahrungsangebot der Tiere auswirke. Auerwild sei auf das Vorhandensein der Heidelbeere angewiesen, die von dem größeren Lichtangebot profitiere. Auch würde die Wärme die Aufzucht der Jungtiere begünstigen. Vor allem nasskalte Frühsommer führten bei den Küken zu großen Verlusten.

„Unsere Maßnahmen zum Schutz des Auerwildes greifen allerdings nur, wenn sie von allen am Wald beteiligten gesellschaftlichen Gruppen mitgetragen werden. Andere Waldbesitzer sollten in den betroffenen Regionen dem Beispiel von ForstBW folgen und ähnliche Waldstrukturen schaffen“, betonte Hauk. Auch müsse das Freizeitverhalten der Menschen in den Hochlagen des Schwarzwaldes Rücksicht auf die Belange des Auerwilds nehmen. So sei es wichtig, auf den Wegen zu bleiben und die Wälder nicht zu Unzeiten zu betreten.

Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) habe in Abstimmung mit der AG Raufußhühner (AGR) 2008 einen ‚Aktionsplan Auerhuhn‘ entwickelt, der für all die beschriebenen Handlungsfelder Ziele und Maßnahmen vorgebe. Dieser deutschlandweit beispielgebende Plan schreibe konkret und flächenscharf Handlungsempfehlungen zum Schutz des Auerwildes vor.