Frühjahr im Revier

Nicht alles, was man im April sieht, kommt im Mai auch vor die Büchse... (Bild: Dornenwolf, Lizenz: CC)

Die Tage sind in den April gerückt, das neue Jagdjahr ist da und die grüne Zunft fiebert dem Maifeiertag entgegen, an dem – zumindest für die Rehwildjäger – das Jagen wieder richtig beginnt. Noch gilt bei uns in Württemberg das Jagdverbot im Wald und da ich in einem reinen Waldrevier jage, muss meine Büchse zunächst noch schweigen. Aber trotzdem gibt es jagdlich schon jetzt einiges zu tun.

Nicht alles, was man im April sieht, kommt im Mai auch vor die Büchse... (Bild: Dornenwolf, Lizenz: CC)
Nicht alles, was man im April sieht, kommt im Mai auch vor die Büchse… (Bild: Dornenwolf, Lizenz: CC)

Vom Probeschießen der Gewehre brauchen wir ja nicht zu reden, obwohl man nach der aktuellen Gesetzeslage ja auch wieder mehrere Schüsse im Revier abgeben, also nicht nur kontroll- sondern auch einschießen darf. Man sollte das dann doch besser auf dem Schießstand erledigen, zumal es fraglich ist, ob es während des Jagdverbotes im Wald erlaubt ist.

Was man auf jeden Fall jetzt tun sollte, ist die Kontrolle der Hochsitze und auch wenn man Ersatz oder Neubauten plant, ist jetzt eine gute Zeit dafür. Es ist noch nicht so warm und die dafür verwendete kostbare Freizeit fehlt nicht für das eigentliche Jagen.

Im Laufe des Aprils wird es dann auch mehr und mehr Fegestellen geben. Der Zeitpunkt, an dem man sie findet gibt ja einen gewissen Hinweis auf das Alter des Bocks und so sind die frühen Fegestellen besonders interessant. Natürlich darf man das Wild auf während des Jagdverbotes beobachten und so weitere Informationen für den Maiansitz sammeln. Auch die Kamera darf dabei sein – ein gutes Foto ist zwar kein Abschuss, aber es macht doch Freude. Überhaupt darf man mit der Kamera ja nicht nur jederzeit, sondern auch alles das schießen, was der Büchse ganzjährig verwehrt ist.

Eine Enttäuschung harrt auch dieses Jahr wieder aller derjenigen, die Rehwild nur am Waldrand bejagen dürfen und noch nicht gewieft genug sind, darauf nicht hereinzufallen. Im zeitigen Frühjahr tritt allerorten das Wild aus und bei den Beobachtungsansitzen im April entstehen Hoffnungen auf Waidmannsheil am Ersten Mai. Doch sehr oft ist von dem im April zahlreich austretenden Böcken und Schmalrehen im Mai nichts mehr zu sehen. Der Grund: Frische Äsung gibt es zuerst außerhalb des Waldes und das Wild tritt daher im zeitigen Frühjahr öfter aus. Wenn dann der Mai heran ist, gibt es auch im Wald schon etwas, vor allem bei den naturnahen Strukturen, die durch Wiebke- und Lotharflächen sowie den Waldumbau im Entstehen begriffen sind.

Wer keine eigene Jagdmöglichkeit im Wald hat, der sollte daher schauen, ob er nicht wenigstens für den ersten Mai eine Einladung in ein Waldrevier ergattern kann.

Volker Wollny