Gute Jagd, starke Strecke

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Starke Vermehrung, riesige Maisfelder, viele Wildschäden und die drohend näherrückende Afrikanische Schweinepest: Wildschweine stellen die Jagd zur Zeit vor große Herausforderungen. Die Schwarzkittel sind schwer zu erlegen, aber Profis wissen sich zu helfen.

Hannesreuth. Im Truppenübungsplatz-Revier Hannesreuth ging jetzt es den wilden Schweinen an die Schwarte. Mit gutem Erfolg. Der Auftrieb war enorm: 50 Jäger, darunter zahlreiche Hundeführer, und gut 60 Treiber aus den aktuellen Jungjägerkursen Amberg und Sulzbach-Rosenberg.

Das Hauptaugenmerk bei dieser großangelegten Drückjagd richtete der Bundesforstbetrieb Grafenwöhr im Forstrevier Hannesreuth im Truppenübungsplatz auf das Wildschwein.

Als Hauptziel dieser Jagd benannte Forstdirektor Ulrich Maushake bei der Begrüßung der Waidmänner einen möglichst hohen Eingriff in den Bestand der Wildschweinpopulation, um den Zuwachs zu begrenzen. „Damit wollen wir die an den Übungsplatz angrenzenden Reviere bei der Wildschadensproblematik entlasten“, stellte der Forstdirektor klar. Der zuständige Revierleiter Forstamtmann Harald Lammerich aus Hannesreuth war mit der Durchführung betraut. Er übernahm die Einteilung der Schützen und Treiber, der Hundeführer mit zum Stöbern eingesetzten Vierbeinern sowie der Nachsuchenführer mit ihren Schweißhunden. Bejagt wurde eine Fläche von rund 1000 Hektar Mischwald mit hohem Laubholzanteil im Südwesten des Übungsplatzes oberhalb von Kürmreuth.

Ausbildung gleich dabei

Damit der Jägernachwuchs auch gleich wertvolle Erfahrungen sammeln konnte, hatte der Bundesforst den Leitern der Jungjäger-Ausbildungskurse in den Kreisgruppen Amberg und Sulzbach-Rosenberg, Günther Baumer und Harry Vogel, angeboten, Einblick in die Schwarzwildbewirtschaftung zu geben. Die Ausbildung der Lehrgangsteilnehmer im Fach „Wildbrethygiene am praktischen Objekt“ war damit ein weiteres Ziel dieses Jagdtages.

Der Jagdtag

Die Jagd begann gegen 9.30 Uhr und verlief bis zum Ende um 13.30 Uhr reibungslos. Viele Jäger kamen zu Schuss, die Nachsuchen verliefen erfolgreich. Am Ende lagen neben 17 weiblichen Rehen und 11 Stück Rotwild dann gut zwei Dutzend Stück Schwarzwild, darunter ein starker Keiler und einige sogenannte „Überläuferbachen“.

Diese Stücke hätten im Frühjahr schon zur „reproduzierenden Klasse“ gehört, also mit durchschnittlich jeweils fünf Frischlingen für weiteres Anwachsen der Population gesorgt. „Damit wurde innerhalb der gesetzlichen Vorgaben ein wirksamer Beitrag geleistet, um Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen zu reduzieren“, bilanzierte der Forstdirektor.

Zusätzliche Drückjagden auf Schwarzwild sind für Januar geplant. Die US-Streitkräfte haben dem Bundesforstbetrieb hierfür Platz gemacht. Forstdirektor Maushake, betonte: „Das ist ein Beweis, dass auch das Militär seinen Beitrag leistet.“ Zusätzlich werde auch die Ansitzjagd auf Wildschweine auf dem Truppenübungsplatz noch verstärkt.

Auch die künftige Jäger-Generation profitierte: Die von kundiger Hand gezeigte richtige Behandlung des erlegten Wildes, dessen Wildbret zu den schmackhaftesten und wertvollsten Lebensmitteln gehört, beeindruckte die Lehrgangsteilnehmer.

An Reh-, Rot- und Schwarzwild durften die angehenden Waidmänner ihre Kenntnisse beweisen, stets unter fachlicher Aufsicht. Sauen werden aus Sicherheitsgründen stets getrennt vom anderen Wild aufgebrochen und die Organe entsorgt.

Abends beim Streckelegen dankte Günther Baumer auch im Namen der Kursteilnehmer für die Gelegenheit, diese interessante Jagd erleben zu können. Der Chef der deutschen Jäger, Hartwig Fischer, Präsident des Deutschen Jagdverbandes, zeigte sich beeindruckt von Ablauf und Organisation. (ge)