Im Haselgraben: Jagd mit Pfeil und Bogen bereitet Wild Qualen

Für große Empörung sorgen Kamerabilder aus einem Jagdgebiet im Haselgraben, auf denen zwei Unbekannte in Tarnanzügen zu sehen sind, die mit Pfeil und Bogen wildern. Jagdpächter Josef Rabmer (85) aus Altenberg erstattete – wie ausführlich berichtet – Anzeige. Christopher Böck, Wildbiologe des Landesjagdverbands, hofft, dass die Täter rasch ausgeforscht und bestraft werden.

„Krone“: Was sagen Sie zu den Aufnahmen aus der Wildkamera. Man sieht ja auch ein Reh, das eine große Wunde aufweist?

Christopher Böck: Herr Rabmer ist zurecht empört. Auf diese Art und Weise zu jagen ist nicht nur Wilderei, sondern auch eine Tierquälerei, die mit aller Härte bestraft werden muss.

„Krone“: Wissen Sie aus der Vergangenheit von vergleichbaren Fällen bei uns, in denen mit Pfeil und Bogen gewildert worden ist?

Böck: Es hat zwar ab und zu schon Gerüchte gegeben, konkrete Beweise hatte die Jägerschaft aber nie. Umso wichtiger ist daher, dass es bei dem aktuellen Fall im Haselgraben dank Videoaufnahmen auch ein Nachweis gelungen ist.

„Krone“: Gibt es bei uns legale Möglichkeiten zur Bogenjagd?
Böck: Nein, bei uns ist das strengstens verboten. Es ist nicht einmal erlaubt, mit einem Bogen ein Jagdgebiet lediglich zu durchstreifen.

„Krone“: Ist es schwierig, Wild mit Pfeil und Bogen zu erlegen?
Böck: Das ist sicherlich nicht so einfach und gelingt auch nur, wenn man Übung darin hat. In Ungarn, wo die Bogenjagd erlaubt ist, machen das nur speziell ausgebildete Jagdaufsichtsorgane.

„Krone“: Aus welcher Entfernung kann man ein Reh mit Pfeil und Bogen erlegen?
Böck: Man muss sich dem Tier relativ weit nähern – bis auf 30 Meter heranpirschen, damit man gut trifft und der Pfeil die nötige Energie hat.

„Krone“: Fällt ein Schuss zu schwach aus, wird dem Wild offenbar unnötig viel Leid angetan.
Böck: Da können dann natürlich große Fleischwunden gerissen werden. Daher ist das auch kein Kavaliersdelikt, sondern unentschuldbar.