Jagd auf Wolfsmischlinge in Thüringen ausgeweitet

Das Thüringer Umweltministerium hat die Jagd auf die verbliebenen Wolfsmischlinge im Kreis Gotha ausgeweitet. Nach Angaben des Landesjagdverbandes hat das Ministerium Teile mehrerer Jagdreviere am Rande des Truppenübungsplatzes Ohrdruf für die jeweiligen Pächter gesperrt. Sie dürfen Hochsitze nicht mehr betreten und müssen diese Jägern überlassen, die das Umweltministerium beauftragt hat.

Das Ministerium will noch im März den verbliebenen Hybriden-Rüden erschießen lassen, der mit seiner Mutter auf dem Truppenübungsplatz und in den angrenzenden Revieren unterwegs ist. Damit soll verhindert werden, dass er sich mit seiner Mutter paart. Nach Beobachtungen von Jägern besteht auch die Gefahr, dass er mit einer seiner möglicherweise in der Region verbliebenen Hybriden-Schwestern Nachwuchs zeugt.
Wölfin brachte sechs Hybriden zur Welt

Thüringens bisher einzige dauerhaft ansässige Wölfin hatte sich nach Angaben des Ministeriums mit einem schwarzen Labrador gepaart. Die Wölfin brachte 2017 mindestens sechs Hybriden zur Welt. Versuche, die Jungtiere mit Fallen lebend zu fangen, scheiterten. Daraufhin wurden 2018 drei der Hybriden abgeschossen. Für den Abschuss hatte das Umweltministerium eine Sondergenehmigung erhalten, die inzwischen verlängert wurde und bis Ende 2019 gilt. Wegen des Abschusses der drei Hybriden vor einem Jahr sind über 100 Strafanzeigen gegen Ministerin Anja Siegesmund (Grüne), Mitarbeiter von Landesbehörden und den bis heute unbekannten Schützen anhängig.

Das Ministerium begründet die Jagd auf die Mischlinge mit dem Artenschutz. Die streng geschützte Wolfspopulation soll nicht mit Hundegenen vermischt werden.