„Jagd früher und heute“ beim Elsenfelder Museumsscheunenfest

Heimatverein fasziniert Besucher mit kuriosen Geschichten, Essen und „Äktschn“

Graus­li­ches, Lus­ti­ges, Nahr­haf­tes, viel Wis­sens­wer­tes und ei­ne Por­ti­on „Äktschn“: Mit die­sem Mix der An­ge­bo­te un­ter dem Mot­to „Jagd früh­er und heu­te“ lan­de­te der Hei­mat- und Mu­se­ums­ve­r­ein am Sams­tag bei sei­nem tra­di­tio­nel­len Mu­se­ums­scheu­n­en­fest wie­der ei­nen Voll­tref­fer.

Veranstaltet wird es alljährlich mit viel ehrenamtlichem Einsatz, um die Kasse zu füttern und so den Erhalt der heimischen Bildstöcke zu ermöglichen. Da kommen kleine und große Stammgäste gern zum nachmittäglichen Treff und immer wieder auch neue Besucher.

84 Liter Erbseneintopf

Ein kurzer Regenschauer ließ sie am Samstag in der Scheune und im kleinen Zelt Zuflucht suchen und Kalorien fassen: Das Kuchenbuffet war reich bestückt, und Wildsau-Bratwurst machte Durst auf ein kühles Blondes oder frischen Apfelmost. Nur mit den 84 Litern Erbseneintopf waren die Gäste überfordert – da müssen die Köche selbst etwas »nachfassen«.

Fürs abwechslungsreiche Programm hatten Vorsitzender Peter Weigand, sein Stellvertreter Joachim Oberle und ihre Crew entsprechend dem Motto fachliche Verstärkung eingeladen: Drei Eschauer Jagdhornbläser ließen Jagdsignale hören, wie Bertwin Kaufmann erklärte.

Mit Max auf Spurensuche

Eine Attraktion: Versuche im Bogen- und Blasrohr-Schießen – möglich gemacht von Mitgliedern des Elsenfelder Schützenvereins Diana. Jagdhund Max (Dackel-Version) folgte einer extra ausgelegten »Schweißspur« auf einer benachbarten Wiese, und die Zuschauer lernten: So nennen Jäger die Blutspur von angeschossenem Wild. Ehrensache: Das muss verfolgt und erlegt werden.

Vom Fuchs als Hasenbraten

Im Foto ist festgehalten: Aus Maxens Schnauze ragt ein Rehbein. Wie? Hat das Kerlchen etwa das ganze Reh gefressen? Natürlich nicht. Aber eine Prise Jägerlatein sowie Anekdoten mit Lokalkolorit gehörten auch zum Programm.

In einem Büchlein sind sie zusammengetragen, und Joachim Oberle las einige vor – etwa die Story vom Waidmann aus Rück, der ein rechter Schalk war und 1910 seinen Kollegen von der Kapelle Einigkeit den eingeforderten »Hasenbraten« servierte, der zu Lebzeiten ein stattlicher Fuchs war und – gebeizt und gespickt – bestens mundete.

Grausliche Fallen

Eher grauslich, aber faszinierend vor allem für Kinder: die Sammlung von Fallen. Darunter waren nicht nur solche fürs Wild (bis auf Lebendfallen längst alle verboten), sondern auch raffinierte Konstruktionen, mit denen zu Uromas Zeiten Mäuse und Ratten erschlagen, erstickt und gehenkt wurden.

Streicheleinheiten für Felle

Gleich daneben erhielten Felle von Reh und Wildsau, Waschbär, Bisam und sogar Marderhund viele Streicheleinheiten. Alle waren im rund 400 Hektar großen Elsenfelder Revier von Jürgen Bräutigam (53) erlegt worden, der bereitwillig Auskunft gab über »Jagd heute«. Für Naturfreunde hatte er einen heißen Tipp: Rotwild gibt´s zwar nicht in Elsenfeld, aber nahe dem Heimbuchenthaler Sportplatz sei von einer »Brunftwiese« her im September/Oktober das Röhren der Hirsche zu hören.