Jagd ist mehr als Begrenzung von Überpopulationen

Tobias Flöter aus Cottbus hat das LR-Interview mit einem Biologen gelesen, der das Aufgeben der Jagd in Deutschland fordert. Flöter ist selbst Jäger und erläutert, welchen Beitrag Jäger in der Kulturlandschaft leisteten.

Als Jäger möchte ich mich zu dem Interview mit dem Biologen Kurt Eicher äußern. In diesem Interview wird von einem sogenannten Naturschützer die Meinung dargestellt, dass die Jagd nicht notwendig sei, weil die „Natur“ alles allein regeln würde.

Zum Verständnis was Natur in unserem Land bedeutet: kein Baum, kein Strauch, kein Grashalm wächst bei uns, der nicht von Menschenhand geschaffen wurde. In diesem Land gibt es keine Natur- sondern eine Kulturlandschaft. Wer insbesondere während der Vegetationsperiode übers Land fährt, sieht fast nur noch Maisfelder, soweit das Auge reicht, oder Getreide, Raps oder Sonnenblumenfelder.

Alles Energiepflanzen, die uns Bioenergie spenden sollen. In diesen Feldern entwickeln und vermehren sich Wildschweine und Rotwild prächtig. (…) Hinzu kommt dann noch der Wolf, der, wie in dem Beitrag davor richtig dargestellt, alles Rehwild auffrisst, weil es eine leichte Beute für ihn ist. Auf der anderen Seite aber bewirkt er, dass sich Rot- und Schwarzwild zu Angstrudeln bzw. -rotten zusammen rottet und Gruppen von 30, 40 50 und mehr Stücken Wild bilden, um sich so besser gegen den Wolf zu verteidigen.

Diese Rotten ziehen durch Wald und Feld und machen einen immensen Schaden. Dazu meinen diese „Naturschützer“ das würde die Natur selbst regeln. (…) Welches Unverständnis von biologischem Gleichgewicht. Jagd ist natürlich mehr als Schadenbegrenzung dieser Überpopulationen und gehört zu unserem Kulturgut und hat eine lange Tradition.

(…) Dass das „meiste geschossene Wild in der Tierkörperbeseitigungsanstalt landen würde“, (…) ist schlicht weg falsch. Wildfleisch ist ein hochwertiges Lebensmittel und wird von den Jägern mit viel Aufwand auch so behandelt. Denn sehr viele Menschen verspeisen es mit Genuss. Dieses Fleisch ist wirkliches Biofleisch.

Tobias Flöter, Cottbus