Jagd vorbei für dieses Jagdjahr!

Auch das kommt wieder: Ein guter Sommerbock lässt des Waidmanns Herz höher schlagen (Bild: CS)

Am 31.01. war der letzte Tag, an dem man noch auf Rehe und Sauen jagen durfte und für viele für uns bedeutet das de facto auch das Ende des Jagdjahres 2016/17. Nun kommt die „Tote Zeit“, wie man sie früher nannte, die Hermann Löns allerdings gar nicht so tot fand und ihr ein Essay in seinem Buch „Kraut und Lot“ widmete. Allemal ist nach der Jagd aber auch schon wieder vor der Jagd und man kann den Blick schon jetzt auf das neue Jagdjahr richten und einige wichtige Dinge erledigen, die halt doch unterbleiben, wenn erst einmal wieder das Schießeisen sprechen darf.

Auch das kommt wieder: Ein guter Sommerbock lässt des Waidmanns Herz höher schlagen (Bild: CS)
Auch das kommt wieder: Ein guter Sommerbock lässt des Waidmanns Herz höher schlagen (Bild: CS)

In der Tat kann man im Februar noch auf den Fuchs jagen, aber als Waldjäger mache ich persönlich mir nichts draus, Reineke das Licht auszublasen. Der Balg gilt ja eh‘ kaum noch etwas und töten, nur um getötet zu haben, ist nicht meine Art. Ob ich einen oder keinen Fuchs schieße macht auch für unsere paar Hasen nichts aus.

Der Jagdzeitenkalender gäbe zwar noch Frischlinge und Überläufer her, aber dank unserer grün geführten Landesregierung ruht bei uns in Württemberg im März und April die Jagd im Walde und so ist es auch damit nichts. Die Sauen sollen im Wald dezimiert werden, damit sie im Felde nicht zu Schaden gehen, aber zwei Monate des Jahres darf man nicht auf sie schießen! Und ausgerechnet in der Zeit, wenn ihr Fraß beginnt, knapp zu werden, so dass man bessere Chancen mit der Kirrung hätte. Ein typischer Fall von „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!“ eben.

Tja, und mit dem Anstand auf den Waldschnepfenhahn ist es ja auch ohne spätwinterliches Jagdverbot im Walde schon lange vorbei, weil die Frühjahrsjagdzeit des Schnepfenhahnes ja schon vor vielen Jahren von einer jagdfeindlichen Politik gestrichen worden und damit der Anstand auf dem Schnepfenstrich an feuchtwarmen Märzabenden verboten ist. Nichteinmal Ringeltauben kann man mehr jagen, im Wald sowieso nicht; aber auch ohne dies wurde deren Jagdzeit auf die Zeit bis zum 10. Februar gekürzt und im Spätsommer/Herbst ebenfalls beschnitten. Sie hat jetzt nur noch dann Jagdzeit, wenn sie bei uns im früher Dornenschlehengäu genannten Ostwürttemberg, in Schwäbisch Sibirien wie man heute sagt, fortgestrichen ist.

Was bleibt uns Jägern also in der toten Zeit zu tun? Ruhen wir uns aus und träumen wir ein wenig vom neuen Jagdjahr. Ein gutes hat das Jagdverbot aber doch: In der Zeit, wenn wir nicht schießen dürfen, können wir die Zeit, die wir sonst für die Jagd aufwenden, in die Ausbildung unserer Hunde stecken. Vielleicht bleibt ja auch noch ein wenig Zeit für den Schießstand übrig? Ein guter Schuss ist bekanntlich mehr wert als ein gutes Gewehr, eine gute Patrone und ein guter Hund zusammen.

Februar und März gehen herum und im April, im neuen Jagdjahr kann man dann schon wieder ins Revier. Zunächst zwar noch ohne Schießeisen, aber es lohnt sich allemal, jetzt schon die ersten Erkundigungen einziehen, wo welche Böcke unterwegs sind. Wenn die Büchse noch schweigen muss, kann man statt ihrer eine Kamera mit Teleobjektiv auf den Hochsitz mitnehmen und nebenher vielleicht das eine oder andere gute Bild schießen.

Gegen Ende des Monats lohnt es sich, zudem nach Fegestellen Ausschau zu halten. Mit den Erkenntnissen, die wir im April gewinnen, haben wir dann wichtige Anhaltspunkte, welchen Sitz wir am 1. Mai vor Tau und Tag beziehen sollen und vergrößern unsere Chance erheblich, die neue Saison gleich mit einem Waidmannsheil zu beginnen.

Volker Wollny