Jagdgegner – Eine Gefahr für die Jagd?

In der Vorstellungswelt von Jagdgegnern ist Jagd Mord am Mitgeschöpf Tier (Bild: Volker Wollny)

Seit geraumer Zeit machen sogenannte Jagdgegner, man könnte sie auch Jagdabschaffenwoller nennen, von sich reden. Sie fordern allen Ernstes, dass die Jagd verboten und unsere Kulturlandschaft in dieser Hinsicht sich selbst überlassen werden solle.

In der Vorstellungswelt von Jagdgegnern ist Jagd Mord am Mitgeschöpf Tier (Bild: Volker Wollny)
In der Vorstellungswelt von Jagdgegnern ist Jagd Mord am Mitgeschöpf Tier (Bild: Volker Wollny)

Das Problem mit den Jagdabschaffenwollern ist, dass sie mit ihren utopischen Vorstellungen den Nerv vieler der Natur entfremdeten Menschen treffen, die, obwohl sie selbst Fleisch essen, nicht wollen, dass Tiere getötet werden, zumindest nicht so, dass sie es wahrnehmen müssen. Vor allem über die Grünen hat diese Sorte Menschen mittlerweile allerhand Einfluss in der Politik gewonnen wie man an unsinnigen Veränderungen der jagdlichen Gesetzgebung erkennen kann, wie sie zuletzt in Baden-Württemberg stattgefunden haben.

Neben den erklärten Jagdgegnern, Leuten, die sich typischerweise vegan ernähren, Tiere als dem Menschen ethisch gleichwertig ansehen und diese Ansichten auch anderen aufzwingen wollen, gibt es auch sogenannte Jagdkritiker. Diese behaupten zumindest, die Jagd nicht im Ganzen abschaffen , sondern sie tierschutzgerechter und ökologisch sinnvoller machen zu wollen. Bei diesen Menschen ist äußerste Vorsicht geboten. Es gibt tatsächlich immer wieder einige Dinge, die man an der Jagdpraxis ändern sollte. Wirkliche Jagdkritiker findet man auch unter Jägern, die als Fachleute wirkliche Missstände erkennen und beheben wollen.

Viele angebliche Jagdkritiker sind jedoch in Wirklichkeit Jagdgegner. Die von ihnen geforderten Änderungen am Jagdrecht bestehen praktisch immer aus Einschränkungen der Jagd. Auf diese Weise versuchen sie, die Jagd mithilfe der sogenannten Salamitaktik, also Scheibchen für Scheibchen abzuschaffen, weil sie wissen, dass eine komplette Abschaffung der Jagd auf einmal zumindest derzeit noch illusorisch ist.

Augenscheinlich ist der DJV gegen diese Taktik wehrlos. Jäger müssen entsetzt feststellen, dass die Bemühungen ihrer Interessenvertretung, für die sie teuer Geld in Form von horrenden Beiträgen bezahlen, in hilflosen Rückzugsgefechten besteht, welche den Jagdgegnern Fußbreit um Fußbreit des Bodens überlassen, anstelle sich offensiv mit Forderungen um den Erhalt und die Verbesserung der Möglichkeiten, zu jagen zu kümmern.

Jäger der alten Schule stehen Jagdgegnern in Diskussionen oft hilflos gegenüber, obwohl deren Argumente für jeden, der ein bisschen etwas von Ökologie versteht, spielend leicht zu widerlegen sind. In Diskussionen erzählen Jäger leider nur allzu oft die alten Storys vom Pferd bzw. vom Jäger, der hegt und pflegt und womöglich noch – wie man auch Kinder weismacht – dass er nur alte und kranke Tiere schießt. Mit einem solchen Geschwätz wird der Waidmann zur leichten Beute des Jagdgegners.

Um wirklich Argumente rhetorisch wirksam gegen Jagdgegner vorzugehen, muss man auf einer anderen Ebene argumentieren: Ein wichtiger Punkt ist der, dass es dem Menschen praktisch unmöglich ist, zu leben, ohne Tiere zu töten oder sonst wie „auszubeuten“. Viele Menschen, die die Jagd schrecklich finden, müssen auf Nachfrage zugeben, dass sie selbst Fleisch essen. Hier setzt nun die Argumentation an, dass die Jagd Fleisch mit einem Maximum an Lebensqualität und einem Minimum an Leid für die als Fleischlieferanten genutzten Tiere liefert, welches darüber hinaus auch nicht mit Medikamenten und anderen Chemikalien betrachtet ist, die in Fleisch enthalten sind, dass in der herkömmlichen Landwirtschaft erzeugt wird.

Dem Vorwurf der Lust am Töten kann man begegnen, indem man erläutert, dass es nicht um das Töten geht, sondern um das Beute machen zum Zweck der Nahrungsbeschaffung, welches nur um den Preis des Todes des betreffenden Tieres zu haben ist. Ursache dafür ist der Jagdtrieb, der immer noch in uns steckt, da wir hinsichtlich unserer Emotionen und Triebe immer noch Steinzeitmenschen sind. Die Jagd lenkt nun diesen archaischen Jagdtrieb in nützliche Bahnen, da sie ihn nutzt, um ein naturbelassenes und wertvolles Lebensmittel verfügbar zu machen.

Einen ausführlichen Leitfaden für den Umgang mit den Argumenten von Jagdgegnern und Jagdkritikern stellt das Buch „Jagdgegnerbehauptungen – Eine Richtigstellung“ dar, welches der Autor dieses Artikels bereits vor einigen Jahren geschrieben hat und dass man sich hier kostenlos herunterladen kann.

Volker Wollny