Kommentar: Die Jagd gehört abgeschafft – und zwar in jeder Form

von Yves Greis

Im Parlament ist am Freitag über ein Verbot der Treibjagd gesprochen worden. Dass der Druck gegen diese Praxis wächst, ist gut. Aber: Nicht nur die Treibjagd, sondern jede Form der Jagd gehört abgeschafft.

Seit der Reform des Tierschutzgesetzes 2018 rühmt sich Luxemburg, eines der wenigen Länder zu sein, die nicht-menschlichen Tieren eine Würde zugestehen. Das Gesetz verbietet darüber hinaus im ersten Artikel, ein Tier ohne Notwendigkeit zu töten.

Es gibt schlicht keine Möglichkeit, die Würde eines Tieres zu respektieren und gleichzeitig darauf zu schießen. Für die Jagd besteht überhaupt keine Notwendigkeit. Fleischkonsum ist unnötig. Ein Hobby kann ebenso wenig ein ausreichender Grund sein, um Tiere zu töten.

Auch zur Regulation wird der Mensch – anders als oft behauptet – nicht benötigt. Das wird in Gegenden deutlich, aus denen er sich für einige Zeit zurückgezogen hat.

Ein Beispiel: Entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze ist ein grünes Band entstanden, das von vielen Arten, die sonst fast nicht anzutreffen sind, als Rückzugsgebiet genutzt wird.

Dass in Luxemburg die Armee mittlerweile mit Drohnen Aufklärungsflüge für Jäger absolviert und sich Umweltverbände für die Jagd aussprechen, ist fast schon surreal.

Damit wir Menschen in Zukunft friedlich mit anderen Tieren zusammenleben können, müssen wir die Jagd endlich aufgeben.