Kreisjagdverband Erding: Kampf gegen die Ausbreitung der Schweinepest

Kreisjagdverbandschef Schreder präsentierte bei der Jahreshauptversammlung in Lengdorf seinen Jahresbericht.

Lengdorf– Ihren Einsatz für Wild und Natur haben die Jäger des Landkreises in ihrer Jahreshauptversammlung im Menzinger-Saal in Lengdorf betont. Der Bericht von Thomas Schreder, Vorsitzender des Kreisjagdverbands, stand unter dem Motto „Respekt vor dem Wild – unsere Reviere sind Wildtierlebensraum und nachhaltig genutzte Kulturlandschaft“.

Wichtig sei seinem Verband die außerschulische Umweltbildung, betonte er. „Wenn die Kinder wissen, dass Fuchs, Dachs und Waschbär unterschiedliche Tiere sind, wissen sie auch, was wir draußen machen.“ Damit die Aufklärung über die Bedeutung der Jagd für die Natur, die der Verband mit seinem Umweltmobil betreibt, weitergehen kann, soll das in die Jahre gekommene Fahrzeug wieder instand gesetzt werden.

In seinem Jahresbericht ging Schreder auch auf die mögliche Gefährdung des Schwarzwilds durch die Afrikanische Schweinepest ein. Mit der Arge Schwarzwild sei man im Landratsamt gut vorbereitet: „Alle Interessengruppen versuchen ihr Möglichstes zu tun, um die Ausbreitung im Landkreis zu verhindern“, sagte Schreder. „Ich hoffe, dass wir mit diesem Thema nicht allzu viel zu tun haben werden.“ Die Abschussprämie – Schreder zog es vor, von einer Aufwandspauschale zu sprechen –, die der Freistaat an die Jäger ausbezahle, könne nur ein Anreiz für sie sein. Positiv sei, dass eine um ein Vielfaches erhöhte Neuauflage beschlossen worden sei. Besonders freue es ihn, dass die Jäger Geld vom Freistaat und vom Landkreis erhalten: pro getötetem Tier gebe es vom Kreis noch einmal 20 Euro.

Ärger um Schrein-Ausstellung

Durch das neue Waffenrecht sei es nun auch möglich, Nachtsichttechnik zu verwenden. Diese dürfe aber nur mit genehmigtem Antrag und ausschließlich für die Jagd auf Schwarzwild eingesetzt werden, erklärte er. „Eine Ausweitung auf alle anderen Wildarten wäre auch nicht in unserem Sinne“, betonte Schreder.

Unsicherheit herrsche bei einzelnen Landratsämtern bei der Ausstellung der Jagdscheine. Das neue Waffenrecht sieht nämlich vor, dass bei Ausstellung oder Verlängerung alle Jäger überprüft werden sollen. Diese „verfassungsrechtliche Überprüfung unbescholtener Bürger“ solle im Hintergrund laufen, forderte er, die Ausstellung solle für die Jäger nach praktikablen Gesichtspunkten erfolgen. „Ohne gültigen Jagdschein kann ein Jäger nicht einmal Munition für die Krähenjagd kaufen oder seine Waffen zu Hause aufbewahren“, kritisierte er.

Zufrieden mit Drohneneinsatz

Großen Dank richtete Schreder an das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten für die erhöhte Förderung der Umweltmaßnahmen.

Für die Überlassung seiner Drohne bei der Kitzrettung dankte Schreder dem Landkreis. „Je mehr Drohnen desto mehr Kitze können wir retten. Ausgemähte Kitze will keiner von uns.“ Besonders hob er die Initiative der Hegegemeinschaft Taufkirchen hervor, die eine eigene Drohne angeschafft hat, und dankte der Jagdgenossenschaft und dem Revier Langenpreising für deren finanziellen Einsatz.

Den „großartigen Beitrag der Jäger für Kultur und Landschaft“ hatte vorher Vize-Landrat Jakob Schwimmer in seinem Grußwort betont. Er sagte den Jägern Dank für Umweltbildung, die kulturellen Veranstaltungen im Jahreskreis und „die kulinarische Kulturpflege mit Rehragout und Hauberlingen“.

Schwimmer wünschte dem Kreischef viel Erfolg bei der Kandidatur als Präsident des Bayerischen Jagdverbands. „Nicht, dass wir ihn loshaben wollen, sondern weil ich weiß, dass in diese Position ein Fachmann gehört“, sagte der Vize-Landrat.

Ergänzt wurde die Jahreshauptversammlung durch einen Bericht von Barbara Scholz über die Arbeit von Natur.Vielfalt.Isental der Wildland Stiftung Bayern. Sie lud die Bevölkerung zu einem Abendspaziergang am Dienstag, 26. Mai, durch das Dorfener Moos ein. Für musikalische Akzente sorgten bei der Veranstaltung die Erdinger Jagdhornbläser.