Sommerwunden beim Rotwild – Frag den Tierarzt

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Sommerwunden sind parasitär bedingte chronische Hautwunden, die in der Regel im Herbst wieder abheilen und die bislang hauptsächlich vom Rind bekannt waren. Allerdings konnte der Autor die Krankheit in nur einem Jahr bei insgesamt sieben Stück Rotwild (ein Hirsch und sechs Alttiere) aus der Steiermark und Kärnten feststellen. Bei den erkrankten Stücken fielen meist schon beim Ansprechen massive Hautveränderungen überwiegend im Bereich der Hinterläufe und im Schlegelbereich auf.

Nach dem Erlegen stellten sich diese als nässende, haarlose und zum Teil leicht erhabene Hautstellen dar. Die Hautveränderungen liegen besonders an den unteren Körperpartien, sind zunächst nur erbsengroße, nässende Knötchen und später bis mehrere Zentimeter große, runde oder ovale, 1 bis 2 mm erhabene, leuchtend rote und dauernd nässende Wunden. Sommerwunden treten im Mai/Juni auf und heilen im Oktober/ November unter Krustenbildung wieder ab. Von Rindern ist bekannt, dass Sommerwunden bei den befallenen Rindern im nächsten Jahr wieder auftreten können.

Gewebewürmer sorgen für Ausschlag

© Dr. Armin Deutz

Verursacht werden sie durch Gewebewürmer der Gattung Stephanofilaria, die bis zu einem Zentimeter lang werden und in der Haut leben. Die Entwicklungsstadien (Mikrofilarien) sind zirka 0,05 mm groß und werden vermutlich durch Fliegen und stechende Insekten übertragen, wobei ihre Entwicklung und Übertragung noch nicht vollständig geklärt ist. Durch den oft starken Juckreiz und Fliegenanflug an den nässenden Wunden sind die Tiere dauernd beunruhigt, die meisten untersuchten Stücke waren auch geringfügig abgemagert.


Die Wunden treten vor allem im Bereich der Läufe und Keulen auf.

© Dr. Armin Deutz

Durch Verletzungen hervorgerufene Wunden sind von Sommerwunden meist schon wegen der Lokalisation, ihrer Form und der rascheren Abheilungstendenz von Gelegenheitswunden leicht zu unterscheiden.

Wildfleischhygienisch wären Sommerwunden durch kundige Personen auf der Bescheinigung zumindest als Auffälligkeit zu vermerken – die weitere Beurteilung obliegt den Fleischuntersuchungstierärzten in den Wildverarbeitungsbetrieben an dem aus der Decke geschlagenen Stück


Source: Jagd Erleben

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