Waldrappen: Vögel verpassen Vogelzug in den Süden

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Im Landkreis Ebersberg (Bayern) und auf der Theresienwiese in München gibt es aktuell ein seltenes und ungewöhnliches Phänomen zu beobachten. Waldrappen, die den diesjährigen Vogelzug ihrer Art verpasst haben und nun hier überwintern. Die etwa gänsegroßen schwarzen Vögel mit roten gebogenen Schnäbeln waren in Deutschland ausgestorben und zählen zu den besonders bedrohten Tierarten. Einige Ansiedlungsprojekte versuchen die Vögel wieder heimisch zu machen. Dies ist allerdings schwierig, da ihnen Wanderrouten und das Leben in freier Wildbahn erst wieder beigebracht werden muss. Die Tiere im Lkr. Ebersberg und in München haben sich vermutlich verflogen und gehören zu einer Oberösterreichischen Kolonie.

Ganze Kolonie muss mit dem Auto in den Süden

Das dies kein Einzelfall ist, zeigt auch die Kolonie in Überlingen (Baden-Württemberg). Die dort ausgewilderten Waldrappen wurden über mehrere Jahre hinweg mit vorrausfliegenden Ultraleichtfliegern über die Alpen geführt. Erst nach mehreren Anläufen kehrten die ersten Tiere selbstständig aus den Winterquartieren in der Toskana zurück. In diesem Jahr zeigte die gesamte Kolonie keine Anstalten gen Süden aufzubrechen. Sechs Tiere der Kolonie mit über 30 Tieren kehrten in der Schweiz um und kamen zurück an den Bodensee.

Um die sich langsam stabilisierende Population zu retten, mussten die Waldrappen Anfang Dezember eingefangen und per Auto nach Südtirol transportiert werden. Den Winter in den Brutgebieten, geschweige denn den späten Flug über die Alpen hätten viele Tiere nicht überlebt. Von Südtirol – so die Hoffnung – sollten die Tiere den Weiterflug in die Toskana allein finden.


Source: Jagd Erleben

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