Pistole oder Revolver?

Als Inhaber eines Jagdscheins kann man grundsätzlich zwei Kurzwaffen besitzen, da man Anspruch auf deren Voreintrag in die Waffenbesitzkarte hat, ohne dass man explizit ein Bedürfnis nachweisen muss. Da der Erwerb weiterer Kurzwaffen deutlich schwieriger ist, sollte man sich gut überlegen, für was für welche man sich entscheidet.

Kurzwaffen kommen bei der Jagd vor allem als Fangschusswaffe zur Anwendung, dient aber auch dem Selbstschutz des Jägers, wobei wohl jeder Waidmann hofft, dass es nicht zum Ernstfall kommt, und wenn, dass das Drohen mit der Schusswaffe ausreicht.

Sowohl im Fall der Selbstverteidigung als auch beim Fangschluss auf wehrhaftes Wild wie Schwarzwild kommt es darauf an, dass die Waffe zuverlässig funktioniert und nicht nur der erste, sondern auch eventuell nötige weitere Schüsse problemlos abgegeben werden können. Hier hat der Revolver die Nase vorn, da Selbstladepistolen zu Störungen beim Ladevorgang wie etwa verklemmten abgeschossenen Patronenhülsen neigen.

Die Pistole hingegen ist eleganter und gefälliger im Aussehen als der oft klobige Revolver. Unter der Kleidung lässt sie sich unauffälliger tragen. Dies war früher ein Vorteil, als man als Inhaber eines Jagdscheins noch berechtigt war, Schusswaffen auch außerhalb des Jagdbetriebes zu führen und mancher Jäger seine Kurzwaffe auch im Alltag bei sich trug. Ob man es nun vorzieht, seine Kurzwaffe auch auf der Jagd unauffällig im Schulterhalfter unter der Jacke zu tragen oder lieber ein Holster am Gürtel hat, ist Geschmackssache. Für den ersten Fall eignet sich eine Selbstladepistole besser, im zweiten Fall spielt die größere Breite des Revolvers keine große Rolle.

Der Sicherheitsaspekt spricht nun natürlich für den Revolver. Trotzdem bleibt es auch Geschmackssache, ob man einen solchen oder lieber eine Pistole führt. Da man ja auf jeden Fall zwei Kurzwaffen besitzen darf, bietet es sich natürlich an, sowohl eine Revolver als auch eine Selbstladepistole anzuschaffen. Bei beiden sollte man jedoch keine Spielzeuge wählen, sondern Waffen in einem ordentlichen Kaliber, mit dem man auch starkem Wild einen wirksamen Fangschuss antragen kann. Beim Revolver sollte es schon .357 sein, bei der Pistole 9 mm Parabellum.
Volker Wollny