Reform des EU-Waffenrechts – Was ändert sich?

Straßburg (dpa) – Die Mitgliedstaaten müssen die neue EU-Richtlinie zum Waffenrecht noch umsetzen. Für Deutschland könnte dies bedeuten:

MEHR KONTROLLEN: Eine Behörde muss mit der Kontrolle von deaktivierten Waffen betraut werden. Sie muss prüfen, ob umgebaute Versionen ursprünglich scharfer Waffen tatsächlich dauerhaft unbrauchbar gemacht wurden.

REGISTER: Deaktivierte Waffen sollen außerdem registriert werden, ebenso wie alle wesentlichen Bestandteile einer Waffe. Damit soll verhindert werden, dass Teile einzeln verkauft werden.

INFORMATIONSAUSTAUSCH: Die Staaten sollen sich stärker untereinander austauschen. Personen, die in einem Land keine Waffen kaufen können, sollen nicht einfach auf ein anderes EU-Land ausweichen können.

ONLINE-KÄUFE: Schon heute müssten Waffenkäufe angemeldet werden, ein persönlicher Kontakt mit der Behörde ist aber nicht notwendig. Dies dürfte sich in Zukunft ändern.

VERBOT: Halb automatische Waffen mit vergleichsweise großen Magazinen werden verboten. Bei halb automatischen Waffen muss der Nutzer jeden Schuss einzeln auslösen, sie laden aber automatisch nach. Lange derartige Waffen mit Magazinen von mehr als 20 Schuss und kurze mit Magazinen von mehr als 10 Schuss werden untersagt. In Deutschland gilt nach früheren Angaben des Deutschen Schützenbundes bereits für beide Varianten eine Obergrenze von zehn Schuss.