Schweiß ist ein ganz besonderer Saft

Schweiß ist wertvoll für den, der sich einen Schweißhund „macht“ (Bild: CB)

Wer sich schon länger keinen Schweißhund mehr „gemacht“ hat, wird es vielleicht noch nicht wissen: Rinderblut, dass man früher als Ersatz für Wildschweiß bei Tupf- und Spritzfährten verwenden konnte, darf nicht mehr abgegeben werden. Daher sollte man den beim Aufbrechen anfallenden Schweiß nicht davonlaufen lassen.

Schweiß ist wertvoll für den, der sich einen Schweißhund „macht“ (Bild: CB)
Schweiß ist wertvoll für den, der sich einen Schweißhund „macht“ (Bild: CB)

Meine beiden vierläufigen Jagdhelfer sollten vor dem Beginn der Rehwildsaison noch die eine oder andere Kunstfährte ausarbeiten, damit sie nächsten Monat, zur Beginn der Bockjagd dann für den Fall des Falles fit sind. Leider ist mir der Rehschweiß ausgegangen und ich beschloss, mir auf dem Schlachthof Rinderblut als Notbehelf zu besorgen. Dabei machte ich sinnigerweise aber das, was man bei uns im Schwabenland einen „Metzgersgang“ nennt: Rinderblut, so erfuhr ich dort, dürfe nicht mehr abgegeben werden. Schweineblut schon, aber das kann man wegen der Aujeszky-Gefahr nicht verwenden, obwohl es dem Schweiß von Schwarzwild recht nahe kommt. Weil Menschen die Aujeszky-Krankheit (Pseudowut) praktisch nicht bekommen können, werden Schlachtschweine nicht darauf untersucht. Wohl aber können Hunde sie bekommen – und sie ist für sie absolut tödlich, so wie die echte Tollwut. Zwar galt Deutschland bisher als Aujeszky-frei, doch wurden in letzter Zeit wieder Aujeszky-Fälle bei Haus- und Wildschweinen gemeldet.

Um so wertvoller wird der Schweiß, der beim Aufbrechen anfällt und meist im Erdreich versickert bzw. in den Gully der Wildkammer gespült wird. Auch wer ihn gerade selbst nicht benötigt, sollte ihn auffangen (natürlich nicht beim Schwarzwild). Bestimmt gibt es im Umkreis einen Waidgenossen, der gerade welchen gebrauchen kann und dankbar ist. Ein Schraubglas mit einem dicht schließenden Deckel gehört ihn jeden Jagdrucksack. Und es kann schließlich auch gut sein, dass man einen Jagdkameraden mit einem Hund, den er mit dem spendierten Schweiß ausgebildet hat, selbst gebrauchen kann, wenn man einmal nicht ganz so gut getroffen hat…

Volker Wollny