Seit 1962 ununterbrochen auf der Jagd

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Teil der kooperativen Jagdgruppe sind neben den Habichten die zwei Frettchen und der Hund von Walter Bednarek.

 
 
 

Osterwick. Ganz vorsichtig und ruhig nähert sich Walter Bednarek seinen zwei jungen Habichten – „sie sind erst 40 Tage alt“, verrät der 77-jährige Osterwicker, als er seinen Finger in Richtung der Jungtiere ausstreckt. Neugierig tastet einer der beiden Vögel diesen ab und lässt sich daraufhin seine weichen Federn streicheln. „Mit 70 Tagen sind sie komplett ausgewachsen“, erklärt Bednarek. Ab dann wird er gemeinsam mit den Habichten auf die Jagd gehen.

Der ehemalige Biologie- und Chemielehrer am Heriburg-Gymnasium ist leidenschaftlicher Falkner und hat darüber auch bereits ein Buch geschrieben. „Seit 1962 jage ich ununterbrochen mit Greifvögeln freilebendes Wild“, erzählt er. Die Tiere habe er bereits nach ein paar Wochen so dressiert, dass diese immer wieder zu ihm zurückkommen. Wenn im Herbst die Jagd-Saison beginnt, macht er sich allerdings nicht nur mit den Greifvögeln auf die Suche nach Kaninchen. „Mit dabei ist auch mein Hund“, berichtet Bednarek. Dieser ist so trainiert, dass er das Wild aufspürt und anzeigt, wo es sich befindet. „Dann nähere ich mich dem Wild immer weiter, um es aus der Deckung zu locken“, führt er fort. „Der Habicht sitzt mir dabei auf der Faust und bekommt, sobald ich das Wild aufgescheucht habe, seine Chance, es zu greifen.“ Wenn er es dann erfolgreich gepackt hat, bekommt der Vogel seinen verdienten Anteil. „Den Rest verwerte ich selbst“, ergänzt das Ehrenmitglied des Deutschen Falkenordens. Falls die Beute entwischen sollte, kehrt der Habicht auf die Faust seines Besitzers zurück. „Dafür trage ich einen Lederhandschuh, um Verletzungen zu vermeiden“, sagt Bednarek.

Die Jagd in den Wintermonaten laufe dagegen etwas anders ab. Dann kommen nämlich weitere tierische Begleiter mit auf die Jagd – seine Frettchen. „In diesem Fall spürt der Hund den Kaninchen-Bau auf, daraufhin lasse ich die Frettchen in den Bau, damit sie die Kaninchen herausscheuchen“, so Bednarek. Am Ende der gemeinsamen Jagd steht dann erneut der Habicht, der die Beute erlegt.

Sorgen, dass alle Tiere nicht wieder zu ihm zurückkommen, macht sich der Rosendahler nicht. „Sie lernen sehr schnell, dass es in der Gruppe viel effektiver und einfacher ist, zu jagen“, schildert Bednarek. Was ihn dagegen störe, seien die veränderten Wild-Verhältnisse durch die Landwirtschaft. „Die Populationsgröße von Rebhühnern und Fasanen ist mittlerweile zu gering, um diese zu bejagen“, ärgert er sich. Wenn es im kommenden Herbst wieder auf die Pirsch geht, bleiben deshalb nur Kaninchen als Jagdziel – bis dahin hat Walter Bednarek seine jungen Habichte bereits so trainiert, dass diese zum ersten Mal Teil der kooperativen Jagd-Gruppe sein dürfen. 7 Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, auch ein Tier haben, mit dem sie eine lange oder besondere Beziehung verbindet oder mit dem sie etwas erleben, das sie zusammenschweißt, melden Sie sich bei uns unter Tel. 02541/921153 oder per E-Mail an rosendahl@azonline.de