Stadtmuseum Quakenbrück informiert über „Jagd und Wild im Artland“

Quakenbrück. Ungewohnte Fanfarenklänge auf dem Quakenbrücker Marktplatz: Die Jagdhornbläsergruppe des Hegerings Badbergen-Quakenbrück war aufmarschiert, um die Eröffnung der Sonderausstellung „Wild und Jagd im Artland“ des Stadtmuseums Quakenbrück mit markanten Tönen zu untermalen.

Jürgen Wielage, 1. Vorsitzender des Vereins Stadtmuseum Quakenbrück, bedankte sich bei der Bläsergruppe und bei der Jägerschaft, die bereitwillig Exponate sowie ein Infomobil mit ausgestopften Tieren zur Verfügung gestellt hätte. Quakenbrücks Bürgermeister Matthias Brüggemann unterstrich, hier werde eine Ausstellung eröffnet, die im Fokus die Jagd als ältestes Handwerk der Menschheit habe. Dieses diene nicht mehr – wie über viele Jahrtausende hinweg – der Nahrungsbeschaffung; Ziele der Jägerschaft seien vielmehr Pflege der Kulturlandschaft und hegerischer Erhalt des Wildbestandes. Er zitierte den hergebrachten Spruch „Das ist des Jägers Ehrenschild, dass er beschützt und hegt sein Wild, waidmännisch jagt wie sich’s gehört, den Schöpfer im Geschöpfe ehrt“ des Königlichen Oberförsters Oskar von Riesenthal.

Es sei nicht selbstverständlich, dass Jägern eine solche Plattform geboten wird, betonte Hegeringsleiter Klaus Overbeck, der auf 1900 Mitglieder verwies. Bis auf wenige Ausnahmen mit Schwarzwildbestand existieren in den Revieren des Artlandes nur Niederwildjagden. Angelegte Blühstreifen seien Lebensräume. Jäger seien nicht nur „alte Männer in grünen Lodenmänteln“; diese Bemerkung griff Jürgen Wielage auf: Es gebe Dinge, die ein Jäger einfach tun müsse, um Arten zu erhalten. Die wachsende Population von Waschbären zum Beispiel sei schädlich für Bodenbrüter. Igel könne man nicht bejagen, obwohl sie ebenfalls Gelege ausnähmen, war seine Aussage.

Wielage kam auch auf den Wolf zu sprechen, der früher als Feind der Bauern mit sogenannten Wolfsangeln quälerisch erlegt wurde, die in einem Ausstellungsraum auf dem Wappen von Dinklage zu sehen sei: „Diese Art und Weise war nicht schön.“ Der aktuell betriebene Aufwand, um Wolfsrisse exakt festzustellen, sei allerdings völlig überzogen, meinte er. Wielage vertrat die Ansicht, es sei ein Unterschied, ob man Tiere in freier Wildbahn töte und dann die Felle verwerte, oder ob man sie zu diesem Zweck züchte. Das Tragen von Pelzen käme wieder in Mode, und diese sähen auch schick aus.

Dass man über die Thematik durchaus geteilter Meinung sein kann, kam bei anschließenden Gesprächen der Eröffnungsbesucher zum Ausdruck. Tierschützer, so war zu hören, forderten alternative Wege der Pflege und Erhaltung von Arten, auch wenn die Jagd sicherlich zur Tradition des Artlandes gehöre.

Diese lange Tradition dokumentieren in der Sonderausstellung zahlreiche Fotos aus verschiedenen Jahrzehnten und historische Jagdwaffen. Außerdem werden heimische Wildtierarten präsentiert. Daher sind besonders Schulklassen und Jugendgruppen eingeladen, die Sonderausstellung zu besuchen.

Die Sonderausstellung „Wild und Jagd im Artland“ ist noch bis zum 3. November im Stadtmuseum Quakenbrück zu sehen. Geöffnet ist das Museum donnerstags, samstags und sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr. Sonderöffnungszeiten und Führungen für Gruppen nach Voranmeldung unter Telefon 05431/3183.