„Tag der Jagd“ in Ulrichstein mit Uhu „Luise“

Immer wieder ein Anziehungspunkt für Jäger und Bevölkerung ist der „Tag der Jagd“ Anfang November im „Museum im Vorwerk“ in Ulrichstein. Veranstaltet wird er in einem zweijährigen Turnus gemeinsam von der Hegegemeinschaft Herbstein-Ulrichstein und dem Förderverein „Museum im Vorwerk“, und er soll die Verbundenheit des Jagdwesens mit der Bevölkerung neu dokumentieren und beleben.

ULRICHSTEIN – Immer wieder ein Anziehungspunkt für Jäger und Bevölkerung ist der „Tag der Jagd“ Anfang November im „Museum im Vorwerk“ in Ulrichstein. Veranstaltet wird er in einem zweijährigen Turnus gemeinsam von der Hegegemeinschaft Herbstein-Ulrichstein und dem Förderverein „Museum im Vorwerk“, und er soll die Verbundenheit des Jagdwesens mit der Bevölkerung neu dokumentieren und beleben. Nach der musikalischen Begrüßung der sehr zahlreichen Besucher durch die Jagdhornbläser Ulrichstein-Feldatal unter Leitung vom Manfred Schlosser (Kestrich) eröffneten Bürgermeister Edwin Schneider und Detlef Fait, Vorsitzender der Hegegemeinschaft Herbstein-Ulrichstein, die Veranstaltung in der Ständerhalle des Museums.

Wildschweine erkranken

„Es ist bekannt, dass es sich bei der Jagd um eine der ältesten und traditionsreichsten Tätigkeiten der Menschheit überhaupt handelt. Die Jagd ist Bestandteil unserer Kultur nicht nur in der Literatur und Musik, sie hat unsere Kulturlandschaft zu allen Zeiten mitgeprägt und auch das Artenspektrum mit beeinflusst“, sagte Bürgermeister Schneider zu Beginn seiner Begrüßung. Die Jagd habe als altes Handwerk auch heute noch ihren Sinn. Sie beute natürliche Ressourcen nicht aus, sondern nutze sie nachhaltig und erfülle einen gesetzlichen Leistungsauftrag zum Erhalt der Artenvielfalt und einer gesunden Tierwelt. Eine der wesentlichen Aufgaben des modernen Jagdschutzes sei es, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der freilebenden Tierwelt und den Lebensräumen zu schaffen.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand dann der Vortrag „Afrikanische Schweinepest“ von Amtstierarzt Dr. Robert Riße vom Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz Vogelsberg. Die „Afrikanische Schweinepest“ (ASP) sei eine hoch ansteckende, anzeigepflichtige Viruserkrankung mit seuchenhaftem Verlauf, die aber ausschließlich Haus- und Wildschweine befalle. Ein Ausbruch dieser Seuche habe enorme wirtschaftliche Schäden zur Folge. Menschen und andere Haustiere könnten sich nicht anstecken.

In den afrikanischen Ursprungsländern übertragen Lederzecken das Virus der ASP. Diese spielen in Mitteleuropa keine Rolle, so der Tierarzt. Hier erfolge eine Übertragung durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren durch Sekrete, Blut, Sperma, die Aufnahme von Speiseabfällen oder Schweinefleischerzeugnissen sowie andere indirekte Übertragungswege wie Fahrzeuge, kontaminierte Ausrüstungsgegenstände einschließlich Jagdausrüstung, landwirtschaftlich genutzte Geräte und Maschinen oder Kleidung. Der Kontakt mit Blut sei der effizienteste Übertragungsweg. Nach einer Infektion entwickelten die Tiere sehr schwere, aber unspezifische Allgemeinsymptome. Angesichts des aktuellen ASP-Seuchenverlaufes in Europa sei insbesondere die Jägerschaft aufgefordert, ein vermehrtes Auftreten von Fallwild (Schwarzwild) der zuständigen Behörde zu melden und geeignete Proben wie Blut, Lymphknoten, Milz und Lunge amtlich abklären zu lassen. Abschließend verteilte Dr. Riße Merkblätter und Behältnisse für eine eventuelle Probenentnahme.

Hochinteressant war danach auch der Vortrag „Drohnen im jagdlichen Einsatz“ von Jörg Fuchs vom RC Modellbaukeller Gelnhausen. Er stellte mit seinem Team zunächst das Projekt Kitzrettung „Gemeinsam gegen den Mähtod“ und die dafür geeigneten Drohnen vor. Diese Initiative sei von der Jägervereinigung Lauterbach, dem Verein Tier- und Naturschutz Unterer Vogelsberg und dem Tierschutzverein Birstein ins Leben gerufen worden. Fuchs wies dann auf die ersten Erfolge im Jahr 2018 hin. Durch die mit einer Wärmebildkamera ausgerüstete Drohne seien 1450 Hektar Fläche direkt vor der Mahd abgesucht und 297 Kitze gerettet worden. Die Absuche der Flächen sei angesichts der enorm hohen Kosten der Drohne sowie des Personaleinsatzes natürlich nicht kostenlos. Trotz ehrenamtlichen Einsatzes von Helfern müssten 75 Euro pro Stunde berechnet werden. Für das Projekt Kitzrettung werden noch Helfer zur Vorbereitung der Mahdsaison 2019 gesucht.

Ein weiterer Anziehungspunkt des „Tages der Jagd“ war auch der fünfjährige Uhu „Luise“ von Karl-Otto Gerhard (Helpershain). „Luise“ lebt seit ihrem zehnten Lebenstag in dem kleinen Vogelsbergdörfchen und fühlt sich dort in ihrer großen Voliere sehr wohl. Uhus sind mit einer Größe von bis zu 75 Zentimetern, bei einem Gewicht von zirka 3,4 Kilogramm und einer Flügelspannweite von etwa 1,80 Meter die größten Eulen weltweit. In freier Wildbahn können sie bis zu 35 Jahre alt werden. In Volieren erhöht sich ihre Lebenszeit auf bis zu 50 Jahre. „Luise“ genoss es, beim „Tag der Jagd“, von zahlreichen Besuchern gestreichelt zu werden.