Tschechien: Scharfschützen bekämpfen Afrikanische Schweinepest

Zlin (dpa) – Im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest setzt Tschechien Scharfschützen der Polizei ein. Die Beamten hätten schon 38 Wildschweine in der betroffenen Region im Südosten des Landes erlegt, sagte eine Sprecherin der Agentur CTK zufolge am Montag. Veterinäre hätten die Kadaver zur Untersuchung abtransportiert. Es wird damit gerechnet, dass der Einsatz der besonders geschulten Präzisionsschützen bis Ende Januar dauert.

Die insgesamt 16 Polizisten gehen demnach in der Regel in der Nacht auf die Jagd. Sie sind unter anderem mit Nachtsichtgeräten und Wärmebildkameras ausgerüstet und können die Wildschweine noch auf eine Entfernung von 200 Metern und mehr erlegen. In der Ansteckungszone um die Industriestadt Zlin soll die Tierseuche auf diese Weise ausgerottet werden.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) war im Juni erstmals in Tschechien ausgebrochen. Inzwischen sind nach Angaben der staatlichen Veterinärbehörde SVS 112 Tierkadaver aus der Risikozone, die teilweise umzäunt ist, positiv auf den Erreger getestet worden.

Die Viruserkrankung ist für den Menschen ungefährlich, bei einer Übertragung auf Hausschweine in Zuchtbetrieben könnte indes großer wirtschaftlicher Schaden entstehen. Das Friedrich-Loeffler-Institut schätzt das Risiko einer Einschleppung nach Deutschland als hoch ein und hat zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen.