Vierbeiner unter Beschuss: Jäger macht Jagd auf Hunde

Erpfendorf (Österreich) – In Tirol macht ein Jäger auf Hunde Jagd. Dass das nicht so einfach geht, beklagt nun ein Tierschützer.

Im österreichischen Tirol lässt es sich zweifelsohne gut wandern. Auch für Ausflüge mit Hunden sind die Gebiete überwiegend gut geeignet.

Doch in Erpfendorf ist der örtliche Jagdaufseher dafür verantwortlich, dass Hundehalter nun keinen Spaß am Wandern mehr finden.

„Wege nicht verlassen! Frei laufende Hunde werden erschossen!“, schreibt dieser nämlich auf eine Holztafel am Wegesrand.

In Erpfendorf herrscht zwar durchgängig Leinenpflicht und die Tiere dürfen gar nicht frei herumlaufen.

Doch im Wald, der direkt südlich des Stadtzentrums liegt, gibt es die Ausnahme. Dort dürfen die Vierbeiner unangeleint herumtollen.

Die Tafel stellte der Jäger direkt an einem Zugang dieses Waldes auf. Ein Tierschützer aus Wien, Martin Balluch vom Verein gegen Tierfabriken (VGT), wanderte genau dort mit einem weiteren Tierfreund und entdeckte das Schild.

Drohung gegen Mensch und Tier

Balluch sprach auch mit dem Jagdaufseher und erklärt nun auf seiner Website, was der angebliche Grund für die Drohung sein soll. „Die Hunde würden Wildtiere bedrohen“, soll der Jäger erklärt haben.

Dem Tierschützer kommt dies nicht plausibel vor. „Plötzlich tun die Jäger_innen so, als hätten sie mit genau jenen Wildtieren Mitleid, die sie selbst gerne über den Haufen schießen“, schreibt er weiter.

Martin Balluch soll auch schon mit dem Erschießen gedroht worden sein. Doch das liege Jahrzehnte zurück. „Heute wird nur noch abseits von Wegen gepöbelt oder eben wenn ein Hund dabei ist“, so der Tierschützer.

Doch dazu hat der Jäger eigentlich gar kein Recht. Balluch kennt sich aus und weiß, dass im österreichischen Forstgesetz steht, dass sich jeder Mensch zu Erholungszwecken auch außerhalb der Wege aufhalten darf.

Fälle, wo ein Jäger tatsächlich auf Hunde geschossen hat, sind dem Tiroler Landesjägermeister Anton Larcher in diesem Jahr nicht bekannt, sagte er im Gespräch mit der österreichischen Tageszeitung Heute. Das Schild soll außerdem schon einige Jahre dort hängen und noch ein Relikt des vorherigen Jagdaufsehers sein. Dem aktuellen Jagdaufseher ist die Angelegenheit sehr peinlich, berichtete Larcher der Zeitung.

Da Spaziergänger und Hundehalter hier genötigt und bedroht wurden, erstattete Balluch bereits am 10. Dezember Anzeige bei der Staatsanwaltschaft in Innsbruck gegen den Jagdaufseher. Auf seiner Website berichtete der Tierschützer jedoch erst jetzt davon. Ausgang ungewiss.