Wenn Uhu Archimedes auf die Jagd geht, hört ihn niemand

Tropische Temperaturen sorgen beim Jäger-Familientag für geringere Besucherzahlen als üblich. Wegern der Hitze wird die Greifvogelschau zum Streichelzoo.

Halle. Eine weidmännische Jagd umfasst mehr als nur Schießen. Was neben Passion, Verantwortung, Augenmaß, Natur- und Tierschutz noch dazu gehört, das war am Sonntag beim zweiten Jäger-Familientag auf dem Wasserschloss Tatenhausen hautnah zu erleben. Allerdings dämpfte die unerträgliche Hitze die Besucherzahlen. Dass der von den Mitgliedern aus den Hegeringen Halle und Harsewinkel veranstaltete Familientag »Jagd und Natur« eigentlich ein echter Publikumsmagnet ist, wurde in der Vergangenheit auf dem Klosterhof in Marienfeld und am Schloss Tatenhausen in Halle deutlich, wo die Veranstaltung in zweijährigen Wechsel stattfinden.

„Bei etwas kühlerem Wetter wären heute locker etliche hundert Gäste mehr hier“, so Rolf Bellmann. Der Harsewinkeler Hegeringleiter führt den Jäger-Familientag federführend mit seinem Haller Amtskollegen Dr. Volker Janssen durch. Aufgrund der Temperaturen jenseits der 32 Grad waren die Stände der 35 Aussteller rund um Imkerei, Naturschutz, Jägerei, Vogelkastenbau, Gehörne bemalen, Bogenschützen, die rollende Waldschule und dem Tierlehrpfad Halle oftmals nur spärlich besucht.

Hasenjagd statt Jagdhundschau

Stattdessen bevorzugten die Besucher schattige Plätze, um etwa die Jagdhundevorstellung mitzuverfolgen. Ausgefallen ist eine geplante Greifvogelschau. Stattdessen konnten die Besucher die gefiederten Spezialisten für eine lautlose und effektive Hasen- und Kaninchenjagd unter den schattenspendenden Bäumen anschauen und sogar streicheln. So wie der nach dem griechischen Mathematiker, Physiker und Ingenieur benannte Uhu Archimedes von Heinz Benking aus Langenberg. Ebenfalls jagdlich abgerichtet ist der amerikanische Wüstenbussard von Markus Heitmann aus Rheda- Wiedenbrück. „Wir setzen die Vögel überall dort zur Jagd ein, wo Schießen verboten ist. Das kann auf Friedhöfen sein, aber auch in Parks und in innerstädtischen Bereichen“, erklärt der private Falkner.

Mehr als zehn Falkner sind nach grober Schätzung im Kreis Gütersloh mit ihren Vögeln im Einsatz. Von großem Interesse begleitet war auch eine Jagdhundevorführung. Mehr als 30 Hunde machten nicht nur die unterschiedlichen Jagdhundrassen deutlich, sondern präsentierten einen kleinen Einblick in die jagdliche Arbeit. „Jagdhund ist nicht gleich Jagdhund, denn ein Vorstehhund hat andere Aufgaben als ein Bau-, Stöber-, Nachsuch- oder Apportierhund. Fakt ist aber, dass jeder Jagdgebrauchshund ein Experte auf seinem Gebiet ist“, so Rolf Bellmann. Für musikalische Bereicherungen sorgten die Jagdhornbläser Hegering Harsewinkel und die Musiker vom Bläser-Corps Ravensberg.