Wildernde Hunde – für hochträchtige Rehe ein zunehmendes Problem – Hundeführer in der Verantwortung

Besonders in der Setz- und Aufzuchtzeit sollten Hundeliebhaber ihren besten Freund in Wald und Feld gut unter Kontrolle haben (Bild: Volker Wollny)

München/Erding (BJV) – Trotz des späten Schneefalls sind die Vorboten des Frühjahrs unverkennbar. Viele Wildtiere bereiten sich darauf vor, ihren Nachwuchs in den nächsten Wochen zur Welt zu bringen. Anlässlich eines aktuell im Landkreis Erding polizeilich angezeigten Vorfalls, bei dem ein Hund ein hochträchtiges Reh gehetzt und getötet hat, appelliert der Bayerische Jagdverband e.V. (BJV) eindringlich an alle Hundehalter, im beginnenden Frühjahr die Hunde nicht unbeaufsichtigt laufen zu lassen.

Besonders in der Setz- und Aufzuchtzeit sollten Hundeliebhaber ihren besten Freund in Wald und Feld gut unter Kontrolle haben (Bild: Volker Wollny)
Besonders in der Setz- und Aufzuchtzeit sollten Hundeliebhaber ihren besten Freund in Wald und Feld gut unter Kontrolle haben (Bild: Volker Wollny)

Die Revierpächter eines Jagdreviers im Landkreis Erding haben Anzeige gegen Unbekannt wegen des Verstoßes gegen das Tierschutz- und Jagdgesetz gestellt. Hintergrund ist die Hetze und Tötung eines trächtigen Rehes durch einen hochläufigen Mischlingshund. „Die dramatischen Szenen wurden von Passanten beobachtet und mit dem Handy fotografiert. Die Passanten konnten leider nicht eingreifen, für das Reh und sein ungeborenes Kitz kam jede Hilfe zu spät. Der Revierinhaber versucht jetzt zusammen mit dem Kreisjagdverband Erding durch eine Strafanzeige bei der zuständigen Polizeidienststelle zu verhindern, dass sich weitere derartige Fälle ereignen“, so der der zuständige Vorsitzende des Kreisjagdverbandes Erding und Biologe Thomas Schreder.

Seit über 50 Jahren engagieren sich die Revierpächter im betroffenen Revier für Hege, Naturschutz und Einhaltung der behördlichen Vorgaben. Zunehmend beeinträchtigen freilaufende Hunde, die sich weit aus dem Einflussbereich des Hundehalter entfernen, erkennbar dem Wild nachstellen und dem Wild auf Grund ihrer körperlichen Konstitution gefährlich werden können, die Wildbestände in dem Jagdrevier. Thomas Schreder: „Der einzig richtige Weg war jetzt, den Vorfall bei der Polizei anzuzeigen und auf die Aufklärung durch die zuständigen Behörden zu drängen.“ Schreder weiter: „Dem Revierpächter geht es dabei nicht um den entgangenen Erlös aus dem Wildbretverkauf, vielmehr ist es eine wichtige Aufgabe der Jäger als „Anwalt der Wildtiere“ für deren Schutz zu sorgen.“

Der Präsident des Bayerischen Jagdverbandes, Prof. Dr. Jürgen Vocke, unterstützt dieses Vorgehen und ruft in diesem Zusammenhang alle Hundehalter auf, auf ihre vierbeinigen Begleiter besonders in den nächsten Wochen gut aufzupassen. „In den kommenden Wochen und Monaten werden unsere Reviere wieder zu Kinderstuben für unsere Wildtiere. Feldhasen, Rehe, Fasane und Rebhühner erblicken das Licht der Welt und sind auf unsere Rücksicht angewiesen.“