Wildschweine profitieren von milden Temperaturen

Bache im Wald

Berlin (djv) – Wildschweine haben sich mittlerweile in ganz Deutschland verbreitet und werden aktuellen Daten zufolge selbst in den Bereichen der Nordseeküste und alpinen Gebieten erlegt. Das zeigen die neuen Streckenzahlen der Jäger, die der Deutsche Jagdverband (DJV) am 21. März im WILD-Jahresbericht veröffentlichte. 

Bache im Wald
Fühlt sich sauwohl: Die steigenden Streckenzahlen beim Schwarzwild sind kein deutsches Phänomen (Bild: Volker Wollny)

WILD, das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands, erfasst neben Streckenstatistiken der Bundesländer auch Informationen über Populationsentwicklungen ausgewählter Arten, Wildkrankheiten und Wildunfälle. Der Fokus des neuen Berichtes liegt auf Schalenwildarten, wie Rotwild, Wildschwein und Reh, deren Streckenzahlen seit Jahren kontinuierlich steigen.

Doch die steigenden Streckenzahlen sind kein deutsches Phänomen, wie Forscher des Thünen-Instituts in Eberswalde (TI) und der Universität Wien anhand einer Auswertung von internationalen Jagdstrecken über mehrere Dekaden zeigen (Wien: http://www.jagdverband.de/node/5663, Eberswalde: http://www.jagdverband.de/node/403). Verbesserte Lebensgrundlagen für Schalenwild – mehr Nahrung und Deckung – sind die Hauptfaktoren. Hinzu kommen mildere Winter und energiereiche Nahrung, wie Raps und Mais in der Landwirtschaft. Häufigere Baummasten im Wald verringern die natürliche Sterblichkeit. Eine Erhöhung der Abschusszahlen ist die folgerichtige Konsequenz, denn anpassungsfähige Tierarten, wie etwa Wildschweine, konnten ihren Lebensraum in Zentraleuropa innerhalb von vier Jahrzehnten verdreifachen. „Ohne die Jagd würde der Bestand kontinuierlich noch weiter steigen“, sagt Dr. Volker Böhning, zuständig für WILD im DJV-Präsidium.