Wölfe auf der Schwäbischen Alb?

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Ulm/Merklingen (wy) – Schon seit einiger Zeit wird über die Rückkehr des Wolfes auf die Schwäbische Alb gesprochen. Nachdem bereits mehrfach über Sichtungen berichtet wurde, gab es jetzt auch einen ersten konkreten Nachweis.

Bereits im November wurde auf der Autobahn 8 bei Merklingen in der Nähe von Ulm ein toter Wolf entdeckt. Die Autobahnmeisterei zog zunächst einen örtlichen Jäger hinzu, der die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg in Freiburg informierte.

Dieser und das Büro Büros (Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland) konnten bestätigen, dass es sich bei dem gefundenen Kadaver eindeutig um ein junges, männliche Exemplar von Canis Lupus handelte, also tatsächlich um einen jungen Wolfsrüden. Dieser erste eindeutige Nachweis macht nun auch die Berichte über Beobachtungen von Wölfen auf der Schwäbischen Alb glaubhaft.

Zudem handelt es sich bei dem Merklinger Fund bereits um den zweiten in Baden-Württemberg nachgewiesenen Wolf: Im vergangenen Sommer wurde im Schwarzwald, in der Gegend von Lahr ein Exemplar auf der A 5 überfahren. Um von der Rückkehr des Wolfes nach Baden-Württemberg und auf die Schwäbische Alb zu sprechen, ist es sicherlich noch ein wenig früh. Ob es sich bei den gefundenen Kadavern um zufällig so weit gewanderte Einzelexemplare, um Vorboten einer Besiedlung oder gar um Mitglieder entstehender Populationen handelt, lässt sich wohl nicht sagen.Allerdings zeigen die Funde, dass mit Wölfen auch im Südwesten von Deutschland für die Zukunft durchaus gerechnet werden muss.

Anlass zur Sorge besteht jedoch nicht. Zwar ist der Wolf ein Prädator, jedoch ist zumindest vorerst nicht damit zu rechnen, dass sich Wolfsvorkommen nennenswert auf die Wildbestände in den jeweiligen Gebieten auswirken. Auch für Menschen stellt Canis Lupus keine wirkliche Gefahr dar, da er recht scheu ist und uns eher meidet. Bislang sind auch noch keine Unfälle mit Wölfen aus den Gegenden unseres Landes gemeldet worden, in denen sie bereits wieder öfter vorkommen.
Volker Wollny