Zweieinhalb Jahre Haft nach tödlichem Schuss bei Jagd

Im Prozess um den tödlichen Schuss während einer Jagd bei Dalberg im Kreis Bad Kreuznach ist der Angeklagte zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Gericht hielt seine Version des Vorfalls für nicht glaubhaft.

Der Richter am Amtsgericht verurteilte den Jäger aus Bingen daher wegen fahrlässiger Tötung. Er folgte damit der Forderung der Anklage und Nebenklage. Die Verteidigung des Mannes hatte auf Freispruch plädiert. Er kündigte an, in Berufung gehen zu wollen.

Im Prozess hatte der 61-jährige Jäger aus Bingen ausgesagt, es sei ein Unfall gewesen. Bei Schüssen auf ein Wildschwein sei er ausgerutscht. Dabei habe sich versehentlich ein Schuss hangabwärts gelöst. Eine 86-Jährige wurde von dem Schuss getroffen und getötet. Ein Gutachter kam dagegen zu dem Schluss, dass mindestens zwei Schüsse hangabwärts abgegeben wurden.

Aussage des Jägers unglaubwürdig

Der Staatsanwalt wertete die Aussage des Jägers als Schutzbehauptung. In seinem Schlussplädoyer warf er dem Angeklagten vor, bewusst fahrlässig gehandelt zu haben: Leichtfertig habe er ganz bewusst mit seinem Gewehr hangabwärts geschossen, um das Wildschwein zu treffen.

Das Gericht schloss sich dem an. Die Version des Angeklagten hielt es für nicht glaubhaft und nannte die Angaben des 61-Jährigen „schwammig“ und „abenteuerlich“. Der Mann habe grob fahrlässig gehandelt und bei der Treibjagd im vergangenen November jegliche Sorgfaltspflicht außer Acht gelassen, hieß es in der Urteilsbegründung.

Der Verurteilte hatte sich bis zum Prozessende nicht bei den Angehörigen der Getöteten entschuldigt. Auch am Freitag verzichtete er auf die Möglichkeit, ein Schlusswort zu sprechen.